Kinderpatenschaften plötzlich ablehnen?


Seit über 20 Jahren bietet das SOS-Kinderdorf Kinderpatenschaften an. Nun wird diese erfolgreiche Form der Entwicklungshilfe von der Zewo verpönt, so dass Organisationen, die dieses Angebot weiterführen, das Gütesiegel nicht mehr erhalten. Als Ersatz weden nun “Dorfpatenschaften” angeboten. Warum ist diese Form der direkten Unterstützung besser als eine Kinderpatenschaft im bisherigen Sinn?
Zudem: Unabhängig von der Meinung zu Patenschaften hat, stellen sich auch noch folgende Fragen: Warum dauert es so lange, bis eine solche Erkenntnis gewonnen wird? Unter welchen Bedingungen kann die Gewinnung solcher Erkenntnisse beschleunigt und ein folgerichtiges Handeln gefördert werden?

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4 Kommentare

  1. Godot:

    Ich denke, dass die Anreize dazu fehlen. Die Zewo verfügt ja über eine starke Marktmacht in der Zertifizierung. Wenn neben Ihr andere Labelling-Organisationen bestünden, sähe die Situation anders aus: Verschiedene Vorstellungen über das was “gute” Entwicklungshilfe ist könnten nebeneinader bestehen und vor allem sich besser im Markt orientieren, je nach Label. Neue Erkenntnisse würde schneller gewonnen, thematisiert und entsprechende Massnahmen würden auf transparentere Weise als heut ergriffen.

  2. Sepp:

    Sehr interessant. Wo ist die Quelle dieser Nachricht?

  3. Arlecchino:

    Quelle: NZZaS vom 28. August 2005, S. 9

  4. Carlo:

    Ich war als Einzelperson über 10 Jahre Kinderdorf-Pate bei SOS-Kinderdörfer, nachher waren wir es als Familie unter Beteiligung unserer Kinder über weitere 15 Jahre. Deshalb haben wir den ‘Niedergang’ von SOS-Kinderdorf vom spendernahen Verein zur sterilen Spendenmaschinerie auch hautnah miterlebt. September 2009 haben wir unsere letzte Zahlung zugunsten unseres langjährigen Patenkindes in Indien geleistet nachdem wir weitere Spenden bereits nach Umwandlung vom Verein in eine Stiftung gestoppt hatten.
    Der Verzicht auf Kinderpatenschaften hat uE nicht eigentlich mit Ethik etwas zu tun, wie es die entsprechend SOS-Homepage suggeriert, sondern mit dem von den Projektleitern erhobenen Anspruch auf freie Verfügbarkeit der Spendengelder nach Zielen, die durch den Spender nur noch global beeinflussbar sind. Und da wir friedfertige Menschen sind, beeinflussen wir ab sofort SOS-Kinderdorf global, indem wir stattdessen WWF helfen, die Wale zu retten!!

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