Landwirtschaftspolitik und Migration


Man stelle sich vor, es gäbe in Marokko einen blühenden Zweig von Orangenplantagen und es werden geschmackvolle und saftige Früchte nach Europa exportiert. Viele Marokkaner verdienen daran, die Wirtschaft in den entsprechenden Regionen blüht und die Europäer freuts ob der guten Qualität zum guten Preis. Wie sieht die Realität aus? Der Export nach Europa ist stark eingeschränkt, die Marokkaner sind arbeitslos oder verdienen wenig und die Europäer haben weniger Auswahl, dafür eine geschützte Landwirtschaft. Warum sollen die Marokkaner dann nicht nach Europa kommen?

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5 Kommentare

  1. nef:

    Meine Rede:

    http://myblog.de/libertaer/art/2066279

    und

    http://myblog.de/libertaer/art/2094702

    Es bleibt nur zu hoffen, dass endlich echte Entwicklungshilfe betrieben wird.

  2. eDemokratie.ch » Blog Archive » Synthese Oktober 2005: Mein politischer Standort:

    [...] Ich bin für die Öffnung der Grenzen und für den freien Verkehr von Kapital, Gütern, Dienstleistungen, Arbeit und Informationen, und zwar konsequent (vgl. «Landwirtschaftspolitik und Migration» im Blog «ordnungsblog.ch»). [...]

  3. konrad:

    Ein “freier Verkehr” wuerde bedeuten, dass die Menschen, welchen wir helfen moechten, mitsamt ihren Produkten von europaeischer Konkurrenz “zermalmt” werden.
    Beispiel Portugal:
    Nicht etwa ist “Portugal in die EU eingetreten”
    Beinahe kein port. Unternehmen ist in Europa selbst aktiv.
    Wohl aber ist “die EU in Portugal eingetreten”
    ALDI, LIDL, SCHLECKER, PLUS u.v.m. ueberschwemmen den Markt.
    Fuer Portugiesen ist diese “Tsunami” etwa so desastroes wie der Eintritt eines russischen Multibillionaers in die englische Fussballiga.

    Auch die afrikanischen Laender waeren gut beraten, eigene Waehrungen, eigene Qualitaetsstandards, ein Importverbot von Luxus/Konsumguetern, Exportverbot von Sachwerten (zur Waehrungsdeckung noetig) und einen Binnenmarkt zu schaffen.

    Oeffnung von Grenzen bedeutet : ich muss mit Mike Tyson boxen !
    Das freut nur Mike Tyson.

    Gruesse
    Konrad

  4. Sepp:

    Bin nicht Experte. Du erweiterst das Thema etwas (von Landwirtschaft auf allg. Handelspolitik). Gehe aber gerne mit drei Hinweisen darauf ein:

    - ALDI & Comp. kommen nur nach Portugal (oder Marokko), wenn es dort Leute (Portugiesen) gibt, die bei ALDI einkaufen. Nicht der “freie Verkehr” bringt also ALDI nach Portugal, sondern die Nachfrage der Menschen nach den Produkten von ALDI.

    - Bei ALDI arbeiten Menschen (Portugiesen). Das scheint mir gut so. Arbeitsplätze schaffen ist nur möglich, wenn jemand in Arbeitsstellen investiert, weil er eine Nachfrage (siehe oben) vermutet.

    - Wenn ALDI tatsächlich billiger ist als andere, erfüllt er eine soziale Funktion: Menschen mit weniger Geld können sich etwas leisten. Das dient der Versorgungssicherheit und dem Wohlstand.

  5. konrad:

    Hallo Sepp,

    als Portugal noch von einem Buchhalter (Salazar) regiert wurde, war augenscheinlich “das Trinken von Coca Cola verboten”.
    Der Grund:
    Ein Land, dass nicht ausreichend exportiert, darf nicht zulassen, dass seine Buerger im Ausland Getraenke einkaufen und die Staatsbank zur Finanzierung der Dollars Kredite aufnehmen muss.
    Grundsatz: Was man nicht selber produziert, darf nicht getrunken werden.
    (Coca Cola haette hier bloss eine Fabrik eroeffnen muessen)

    Hier war auch der Import von (billigem) Ruebenzucker verboten.
    Man wollte damit seine ueberseeischen Provinzen zu Lieferanten machen.

    Die Warenschwemme, z.B. an deutschem Saft, mit der Portugal dank deutscher Discounter ueberflutet wird, fuehrt zu einem katastrophalen Importueberschuss in der Handelsbilanz.
    Den koennte Portugal mit einer Abwerteung regulieren.
    Seit der Einfuehrung des EURO geht das nicht.
    Portugal erfaehrt momentan eine Des-industralisierung, die bereits erschreckende Ausmasse erreicht hat. Wie nach einem Morgenthauplan.

    Auch Marokko waere nicht geholfen, wenn es zum Orangenland wuerde.
    Seitdem Portugal zum Weinland wurde (Vertrag von Methuen 1753) und heute ein Eukalyptusland ist, gibt es hier keine funktionierende Landwirtschaft.
    Jeder versucht, im eigenen Hinterhof “Schrebergaerten” zu besitzen.
    Sogar Orangen werden vom Handel aus Spanien importiert !

    Rentabel ist, was allen Arbeit verschafft.
    Der Import von billigen Konsumguertern und Export von Produkten aus Monokultur sind “un-rentabel”.

    Die “”Gaensefuesse muessen sein, weil die Regeln ueber das Wie und Was ist Rentabilitaet von Haendlern immer anders gesehen werden als von Buchhaltern und `Volks´-wirten.

    Gruesse
    Konrad

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