Der Bund will die Swisscom-Aktien verkaufen. Bundesrat Merz ist der Meinung, dass der Bund das unternehmerische Risiko nicht mittragen könne. Tatsächlich sind Aktien immer mit einem erheblichen Risiko behaftet – zumal in einer Branche, welche Wachstum mittels teurer und risikoreicher Akquisitionen im Ausland realisiert. Bei jeder Neuemission von Aktien wird mittels “Wagnishinweis” ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Investoren auch damit rechnen müssen, ihr Geld zu verlieren.
Gewerkschafter Daniel Levrat ist strikte gegen den Verkauf und kündigt bereits das Referendum an. Er sieht den Service public gefährdet, sollte der Bund nicht mehr an der Swisscom beteiligt sein. Die Beteiligung des Bundes als Aktionär sichere die Versorgung des Landes mit Telekommunikation. Es ist eine verkehrte Welt: Der Gewerkschafter will weiterhin unverdrossen Staatsgeld dem unternehmerischen Risiko aussetzen und will als Aktionär Einfluss auf die Versorgung nehmen. Er hat plötzlich das Vertrauen in den Staat als Regulator und seine Rahmenbedingungen verloren.

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