Erst jetzt habe ich von der Rede des ehemaligen Radiodirektors Andreas Blum und den Reaktionen in den Medien erfahren. Darin kritisiert er die SRG hart, weil sie keinen Service public mehr anbiete. Ihr Programm gleiche über weite Strecken jenem der privaten Konkurrenz. Zudem erkennt er “Selbstherrlichkeit und Realitätsverlust” bei der SRG-Führung. Recht hat er! Das sage ich schon lange.
Nur die Konsequenzen ziehe ich anders: Realitätsverlust lässt sich am besten mit mehr Marktnähe korrigieren, weshalb von der TV-Steuern – von Gebühren kann angesichts der Zwängerei bei der Eintreibung keine Rede sein – zur Werbefinanzierung umzustellen ist. Das wäre wenigstens ehrlich und ordnungspolitisch effizient, weil erst dann festgestellt werden kann, was im Rahmen eines allfälligen Service Public noch überhaupt mit Zwangsabgaben zu finanzieren wäre.

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One thought on “TV-Steuer streichen

  1. Wer für den Service public ist, kann das Problem nicht über eine Aenderung der Finanzierung lösen, man muss den Auftrag des Fernsehens fordern. Wenn er nicht erfüllt wird, müssen die Verantwortlichen ausgewechselt werden, bis eine Mehrheit des Publikums sich wieder zufrieden zeigt mit dem Gebotenen. Ob man der wahren Kundenzufriedenheit je auf die Spur kommt, wird die Schwierigkeit sein. Mit der Zulassung von Privat-TV begann die Annäherung des Programms an die Mediokrität der privaten Konkurrenz. Weitsichtige haben das damals schon befürchtet. In der TV-Welt ist vielleicht nicht der Markt das intelligenteste Mass aller Dinge.

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