Das ist kein Zitat von mir, aber es freute mich ungemein es zu hören. Zumal es aus dem Munde eines in solchen Dingen sehr berufenen Mannes kam: Urs Ursprung, Direktor der Eidgenössischen Steuerverwaltung sagte dies an einer Veranstaltung der CVP Schwyz vom vergangenen Freitag zum Thema Flat-Tax. Ein Zuhörer hatte ihn zu dieser Aussage motiviert, als er fragte, ob nicht bei jeder Systemänderung in der Steuergesetzgebung der Fehler gemacht worden sei, alte Systeme nicht vollständig abzuschaffen.

Staatsquotenneutrale Erbschaftssteuer für echtes Leistungsfähigkeitsprinzip
Die Vermögenssteuer ist volkswirtschaftlich fatal und tatsächlich ebenso historisches Überbleibsel wie steuersystematisches Unikat. Wer sich Vermögen erarbeitet, muss es versteuern – dies nachdem er bereits das Einkommen, mit dem er das Vermögen gebildet hat, mit dem Fiskus teilte. Macht es dann Sinn, dass dieser nochmals zugreift, in Anbetracht der Tatsache, dass das Vermögen auf eigenes Risiko anlegt und verwaltet wird, nicht zuletzt um u.a. die eigene Vorsorge für alle möglichen Fälle zu sichern? Bestraft werden hiermit also sowohl Unternehmergeist als auch Selbstverantwortung – begünstigt bleiben Schuldenwirtschaft und Abhängigkeit. Wenn schon das Leistungsfähigkeitsprinzip gelten soll, dann bitte wenigstens konjunkturell ungefährlich oder sogar positiv ausgestaltet. Das bedeutet: Statt erarbeitetes Vermögen besteuern, lieber “einfach so” Erhaltenes dem Fiskus zum Raubzug freigeben. Mit einer eidgenössischen Erbschaftssteuer staatsquotenneutral die Vermögenssteuer ersetzen, das wäre mein Vorschlag – gleichzeitig könnte man dabei den neuen Lebenssituationen vieler Personen endlich Rechnung tragen. Eine Bedingung wäre aber unabdingbar: Im gleichen Zug die Vermögenssteuer wirklich vollständig abschaffen – damit der “Restposten” liquidiert wird!

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4 thoughts on “Vermögenssteuer: “Restposten der Geschichte”!

  1. Nein, nein – wir wollen doch nicht eine kantonale Steuer durch eine Bundessteuer ersetzen!

  2. Bitte nicht mit einem kleinen technisch banal lösbaren Problemchen eine grundsätzlich interessante Sache kritisieren – zumal noch ohne auf sie einzugehen. Wer am Stamm die Faust auf den Tisch haut und meint “jene die arbeiten sollen verdienen!”, der muss genau für eine Erbaschaftssteuer sein, weil dabei Geld versteuert wird, das nicht durch Leistung erarbeitet worden ist. Wenn das leistungsprinzip zählt, dann müssen Erbschaften besteuert werden – für mich ist es unerklärlich, weshalb sich bürgerlich nennende Parteien gegen Erbschaftssteuern sind.

  3. Kein schlechter Vorschlag! Die Voraussetzung für die Abschaffung der Vermögenssteuer ist aber eine äquivalente Besteuerung von Kapital- wie Arbeitseinkommen. Die Erbschaftssteuer ist, wenn das Leistungsprinzip gelten soll, sicher die gerechteste Steuer, die es überhaupt gibt.

  4. Pingback: Luzern halbiert die Vermögenssteuern auf Ordnungspolitischer Blog

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