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	<title>Kommentare zu: Negative Einkommenssteuer: Sozialer Ausgleich statt soziale Gerechtigkeit</title>
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	<description>Aktuelle Diskussionsbeiträge aus ordnungspolitischer Sicht.</description>
	<lastBuildDate>Tue, 17 Aug 2010 09:26:27 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Stefan Wehmeier</title>
		<link>http://www.ordnungspolitik.ch/2006/03/17/negative-einkommenssteuer-sozialer-ausgleich-statt-soziale-gerechtigkeit/comment-page-1/#comment-31346</link>
		<dc:creator>Stefan Wehmeier</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jul 2009 10:41:39 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ordnungspolitik.ch/?p=93#comment-31346</guid>
		<description>Sechs Gleichungen mit neun Unbekannten:

(001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken. 

(044) Jesus sagte: Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel. 

(055) Jesus sagte: Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein. 

(105) Jesus sagte: Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden. 

(106) Jesus sagte: Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: &quot;Berg, hebe dich hinweg!&quot;, wird er verschwinden. 

(113) Seine Jünger sagten zu ihm: &quot;Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?&quot; Jesus sagte: &quot;Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: &quot;Siehe hier oder siehe dort&quot;, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.&quot; ***

Sinnvolle Lösung:

Mutter = Summe aller Ersparnisse
Hure = Finanzkapital
Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
Berg = Rentabilitätshürde
Tod = Liquiditätsfalle
Vater = Kreditangebot
Sohn = Kreditnachfrage
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld
Königreich = Natürliche Wirtschaftsordnung

Selbst wenn wir uns nur auf die obigen sechs Gleichnisse aus dem Thomas-Evangelium beschränken – gibt es noch eine andere Möglichkeit, diese sinnvoll zu interpretieren? Und wie hoch ist die Restwahrscheinlichkeit für eine andere Interpretation, wenn 10, 20, 50, 100 Gleichnisse auf die gleiche Art einen Sinn ergeben? 

Wenn wir diese eine sinnvolle Interpretation als richtig ansehen, war der Prophet Jesus von Nazareth das größte Genie aller Zeiten, und er entdeckte tatsächlich die einzig denkbare Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft.

Wäre Jesus dagegen nur der moralisierende Wanderprediger gewesen, zu dem ihn die &quot;heilige katholische Kirche&quot; machte, wüssten wir heute nicht einmal, dass es jemals einen Propheten dieses Namens gegeben hat! Denn die &quot;Moral&quot; ist eine irrelevante Größe: solange es möglich ist, einen unverdienten Knappheitsgewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) zu erzielen, weil eine fehlerhafte Geld- und Bodenordnung die Gesellschaft zwangsläufig in Zinsgewinner und Zinsverlierer unterteilt, wäre selbst dann, wenn alle Menschen grundehrlich und auch noch hyperintelligent wären, der nächste Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung – unvermeidlich. Andererseits: sind – durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung und ein allgemeines Bodennutzungsrecht – leistungslose Kapitaleinkommen eigendynamisch auf Null geregelt, bedeutet es prinzipiell das Beste für alle, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt. Der Moralbegriff löst sich auf.
 
Der Krieg konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!

*** &quot;Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.&quot;

Silvio Gesell, Herbst 1918, Vorwort zur 3. Auflage der NWO</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sechs Gleichungen mit neun Unbekannten:</p>
<p>(001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken. </p>
<p>(044) Jesus sagte: Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel. </p>
<p>(055) Jesus sagte: Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein. </p>
<p>(105) Jesus sagte: Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden. </p>
<p>(106) Jesus sagte: Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: &#8220;Berg, hebe dich hinweg!&#8221;, wird er verschwinden. </p>
<p>(113) Seine Jünger sagten zu ihm: &#8220;Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?&#8221; Jesus sagte: &#8220;Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: &#8220;Siehe hier oder siehe dort&#8221;, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.&#8221; ***</p>
<p>Sinnvolle Lösung:</p>
<p>Mutter = Summe aller Ersparnisse<br />
Hure = Finanzkapital<br />
Brüder und Schwestern = Sachkapitalien<br />
Berg = Rentabilitätshürde<br />
Tod = Liquiditätsfalle<br />
Vater = Kreditangebot<br />
Sohn = Kreditnachfrage<br />
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld<br />
Königreich = Natürliche Wirtschaftsordnung</p>
<p>Selbst wenn wir uns nur auf die obigen sechs Gleichnisse aus dem Thomas-Evangelium beschränken – gibt es noch eine andere Möglichkeit, diese sinnvoll zu interpretieren? Und wie hoch ist die Restwahrscheinlichkeit für eine andere Interpretation, wenn 10, 20, 50, 100 Gleichnisse auf die gleiche Art einen Sinn ergeben? </p>
<p>Wenn wir diese eine sinnvolle Interpretation als richtig ansehen, war der Prophet Jesus von Nazareth das größte Genie aller Zeiten, und er entdeckte tatsächlich die einzig denkbare Möglichkeit, wie Menschen wirklich zivilisiert zusammenleben können: das Grundprinzip der absoluten Gerechtigkeit als Basis für die ideale Gesellschaft.</p>
<p>Wäre Jesus dagegen nur der moralisierende Wanderprediger gewesen, zu dem ihn die &#8220;heilige katholische Kirche&#8221; machte, wüssten wir heute nicht einmal, dass es jemals einen Propheten dieses Namens gegeben hat! Denn die &#8220;Moral&#8221; ist eine irrelevante Größe: solange es möglich ist, einen unverdienten Knappheitsgewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) zu erzielen, weil eine fehlerhafte Geld- und Bodenordnung die Gesellschaft zwangsläufig in Zinsgewinner und Zinsverlierer unterteilt, wäre selbst dann, wenn alle Menschen grundehrlich und auch noch hyperintelligent wären, der nächste Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung – unvermeidlich. Andererseits: sind – durch eine konstruktive Geldumlaufsicherung und ein allgemeines Bodennutzungsrecht – leistungslose Kapitaleinkommen eigendynamisch auf Null geregelt, bedeutet es prinzipiell das Beste für alle, wenn jeder Einzelne nur das Beste für sich anstrebt. Der Moralbegriff löst sich auf.</p>
<p>Der Krieg konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!</p>
<p>*** &#8220;Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.&#8221;</p>
<p>Silvio Gesell, Herbst 1918, Vorwort zur 3. Auflage der NWO</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: AHV: Effizienz ist nur ein Mythos auf Ordnungspolitischer Blog</title>
		<link>http://www.ordnungspolitik.ch/2006/03/17/negative-einkommenssteuer-sozialer-ausgleich-statt-soziale-gerechtigkeit/comment-page-1/#comment-836</link>
		<dc:creator>AHV: Effizienz ist nur ein Mythos auf Ordnungspolitischer Blog</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Oct 2006 05:46:42 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ordnungspolitik.ch/?p=93#comment-836</guid>
		<description>[...] Am vergangenen Abstimmungssonntag habe ich die politischen Debatten im Radio zur Kosa-Initiative mitverfolgt. Ich staune noch heute, wie oft da von der Effizienz der AHV die Rede war - und wie wenig von der Effektivität. Die unbestrittenen Pluspunkte der Ersteren werden dabei schnell missbraucht, um die etwas weniger offensichtlichen aber nicht weniger gravierenden Minuspunkte der Zweiteren zu verwischen. Eine Leistung kann wohl mit einem günstigen Ertrags-Aufwand-Verhältnis (Effizienz) erstellt werden, ohne dass dieses für eine optimale Zielerreichung (Effektivität) garantiert! Denn die AHV wurde von Beginn an nach dem Giesskannenprinzip gestaltet - alle Pflänzchen werden etwas nass. Diese Ineffektivität der ausgegebenen Gelder wirkt dort am stärksten, wo sie wirklich gebraucht würden: Bezüglich dem Fürsorgeziel versagt sie seit der Einführung der AHV, da die Bedürftigen auf die Ergänzungsleistungen angewiesen sind und bezüglich dem Vorsorgeziel, bieten die zweite und dritte Säulen langfristig im Vergleich die grössere Sicherheit. Die AHV ist schliesslich ein Beispiel dafür, dass eine politische Massnahme mehr anhand von deren Absichten als von deren Wirkungen beurteilt wird. Ein ordnungspolitischer Ansatz würde es hingegen ermöglichen, die vielfältigen sozialpolitischen Ziele auseinander zu halten und die jeweils besten Massnahmen herzuleiten. Das Konzept einer negativen Einkommenssteuer könnte nicht nur die Probleme der Armut von Familien und Alleinerziehenden effizient und effektiv auffangen, sondern wäre recht bedacht sogar zukunftsträchtiger Ersatz für die AHV. Und damit die Angst von Umverteilungsspezialisten gedämpft wird, noch dies zur Beruhigung: Die Umverteilung ist via Einkommenssteuern wegen der Progression sogar noch höher als in der AHV, löst aber viele anderweitig eingebaute Umverteilungs-Mechanismen mit fragwürdiger Wirkung ab, wie z.B. in der Arbeitslosenversicherung, Invalidenversicherung bis hin zur Wohneigentumsförderung, welche selber effektiver gestaltet werden können! (Foto: pixelquelle.de) [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Am vergangenen Abstimmungssonntag habe ich die politischen Debatten im Radio zur Kosa-Initiative mitverfolgt. Ich staune noch heute, wie oft da von der Effizienz der AHV die Rede war &#8211; und wie wenig von der Effektivität. Die unbestrittenen Pluspunkte der Ersteren werden dabei schnell missbraucht, um die etwas weniger offensichtlichen aber nicht weniger gravierenden Minuspunkte der Zweiteren zu verwischen. Eine Leistung kann wohl mit einem günstigen Ertrags-Aufwand-Verhältnis (Effizienz) erstellt werden, ohne dass dieses für eine optimale Zielerreichung (Effektivität) garantiert! Denn die AHV wurde von Beginn an nach dem Giesskannenprinzip gestaltet &#8211; alle Pflänzchen werden etwas nass. Diese Ineffektivität der ausgegebenen Gelder wirkt dort am stärksten, wo sie wirklich gebraucht würden: Bezüglich dem Fürsorgeziel versagt sie seit der Einführung der AHV, da die Bedürftigen auf die Ergänzungsleistungen angewiesen sind und bezüglich dem Vorsorgeziel, bieten die zweite und dritte Säulen langfristig im Vergleich die grössere Sicherheit. Die AHV ist schliesslich ein Beispiel dafür, dass eine politische Massnahme mehr anhand von deren Absichten als von deren Wirkungen beurteilt wird. Ein ordnungspolitischer Ansatz würde es hingegen ermöglichen, die vielfältigen sozialpolitischen Ziele auseinander zu halten und die jeweils besten Massnahmen herzuleiten. Das Konzept einer negativen Einkommenssteuer könnte nicht nur die Probleme der Armut von Familien und Alleinerziehenden effizient und effektiv auffangen, sondern wäre recht bedacht sogar zukunftsträchtiger Ersatz für die AHV. Und damit die Angst von Umverteilungsspezialisten gedämpft wird, noch dies zur Beruhigung: Die Umverteilung ist via Einkommenssteuern wegen der Progression sogar noch höher als in der AHV, löst aber viele anderweitig eingebaute Umverteilungs-Mechanismen mit fragwürdiger Wirkung ab, wie z.B. in der Arbeitslosenversicherung, Invalidenversicherung bis hin zur Wohneigentumsförderung, welche selber effektiver gestaltet werden können! (Foto: pixelquelle.de) [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Sepp</title>
		<link>http://www.ordnungspolitik.ch/2006/03/17/negative-einkommenssteuer-sozialer-ausgleich-statt-soziale-gerechtigkeit/comment-page-1/#comment-162</link>
		<dc:creator>Sepp</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Mar 2006 21:26:44 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ordnungspolitik.ch/?p=93#comment-162</guid>
		<description>Ich finde es wichtig, dass Arbeit - tätige Selbstverwirklichung eine wichtige Rolle spielt, denn da wird der Mensch erst Mensch. in der Arbeit - ob erwerbsmässig oder nicht - findet der Mensch seine Bestimmung. Arbeit gehört zur Existenz und sichert diese. Auch wenn es Arbeit zur Selbstversorgung ist. In der Arbeit liegt der Lebenssinn.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde es wichtig, dass Arbeit &#8211; tätige Selbstverwirklichung eine wichtige Rolle spielt, denn da wird der Mensch erst Mensch. in der Arbeit &#8211; ob erwerbsmässig oder nicht &#8211; findet der Mensch seine Bestimmung. Arbeit gehört zur Existenz und sichert diese. Auch wenn es Arbeit zur Selbstversorgung ist. In der Arbeit liegt der Lebenssinn.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Esther</title>
		<link>http://www.ordnungspolitik.ch/2006/03/17/negative-einkommenssteuer-sozialer-ausgleich-statt-soziale-gerechtigkeit/comment-page-1/#comment-161</link>
		<dc:creator>Esther</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 17 Mar 2006 18:39:51 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.ordnungspolitik.ch/?p=93#comment-161</guid>
		<description>Ein paar Bemerkungen:

Ob das Ding nun negative Einkommenssteuer, Lebens- oder Bürgergeld oder unbedingtes Grundeinkommen heisst, spielt mir nicht so eine grosse Rolle: die erwünschte Umverteilungswirkung ist bei allen genannten Modellen die selbe. &lt;a href=&quot;http://www.ordnungspolitik.ch/2006/02/14/hande-weg-von-der-giesskanne/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Anderswo&lt;/a&gt; habe ich bereits erklärt, warum mir die mitgelieferte Botschaft eines unbedingten Grundeinkommens wesentlich sympathischer ist.

So wie du es beschreibst, ist es jedoch nicht eine reine negative Einkommenssteuer, sondern ein Workfare-Modell mit &quot;Anreiz&quot; (ehrlicher: Zwang) zu Erwerbsarbeit. Das Tolle an der negativen Einkommenssteuer ist doch gerade, dass es ohne zusätzliche Kriterien auskommt, wer legitimerweise als bedürftig zu gelten hat. Durch die Einschränkung, dass nur diejenigen eine negative Einkommenssteuer erhalten sollen, welche sich am Arbeitsmarkt beteiligen, machst du faktisch ein Kombilohn-Modell draus. Ein ordnungspolitischer Sündenfall, wenn ich das so sagen darf :-).

Abgesehen davon verstehe ich auch inhaltlich nicht, was der ganze Erwerbsarbeits-Fetischismus soll. Ich habe zwei Quellen davon ausgemacht, die mich jedoch beide nicht überzeugen können:

1. Es gibt Leute, die behaupten, nur Erwerbsarbeit könne die Sozialintegration und die Selbstachtung einer Person garantieren. Menschen, die keinen Zugang zum Arbeitsmarkt finden, würden vereinsamen und depressiv werden. Konsequenterweise wird dann ein unbedingtes Grundeinkommen als Ausverkauf des Rechts auf Arbeit angesehen. - Das ist doch Bullshit! Was ist denn mit den SchülerInnen, den RentnerInnen und anderen Menschen, die noch nicht, vorübergehend nicht oder nicht mehr im Erwerbsprozess stehen? Alle Menschen finden doch Wege, wie sie sich in der Gesellschaft einbringen können, wenn mensch sie nur lässt.

2. Es gibt Leute, die behaupten, Erwerbsarbeit sei moralisch besser als andere Formen der Arbeit oder gesellschaftlichen Betätigung. Schliesslich müsse der Kuchen ja erstmal gebacken werden, bevor er verteilt werden kann – und das Produzieren eines begehrten Guts sei moralisch besser als es nicht zu produzieren. - Meinetwegen, aber dahinter steckt eine krumme Vorstellung dessen, was dazu beiträgt, dass der Kuchen gebacken wird, und was der Kuchen überhaupt ist. Nicht alle Tätigkeiten, die zum Entstehen des Kuchens beitragen, werden mit Geld abgegolten: Haus- und Familienarbeit z.B. meist nur, wenn sie familienextern erbracht wird. Ist nun Betreuungsarbeit in einem Altersheim moralisch besser als eine familieninterne Betreuung altersschwacher Personen, nur weil sie über den Markt erbracht wird? Ausserdem sind nicht nur über Geld konsumierbare Güter begehrte Güter. Oder ist der Sex, den eine Prostituierte anbietet ein begehrtes Gut, der Sex eines verliebten Paares jedoch nicht?

Okay, ich schweife ab, aber ich hoffe gezeigt zu haben, wie absurd der Erwerbszentrismus ist. Eine freiheitliche Gesellschaft masst sich nicht an, für ihre Mitglieder zu entscheiden, welcher Art von Tätigkeit sie nachzugehen haben. Die negative Einkommenssteuer hat eigentlich hauptsächlich eine funktionalistische Bedeutung: Sie ist der Preis, um ungestört Kapitalismus spielen zu können. Und die Menschen, die noch nicht, vorübergehend nicht oder nicht mehr im Kapitalismus mitspielen können oder wollen, können auch einigermassen anständig leben. Bedingungslos. - Das bedeutet Freiheit!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ein paar Bemerkungen:</p>
<p>Ob das Ding nun negative Einkommenssteuer, Lebens- oder Bürgergeld oder unbedingtes Grundeinkommen heisst, spielt mir nicht so eine grosse Rolle: die erwünschte Umverteilungswirkung ist bei allen genannten Modellen die selbe. <a href="http://www.ordnungspolitik.ch/2006/02/14/hande-weg-von-der-giesskanne/" rel="nofollow">Anderswo</a> habe ich bereits erklärt, warum mir die mitgelieferte Botschaft eines unbedingten Grundeinkommens wesentlich sympathischer ist.</p>
<p>So wie du es beschreibst, ist es jedoch nicht eine reine negative Einkommenssteuer, sondern ein Workfare-Modell mit &#8220;Anreiz&#8221; (ehrlicher: Zwang) zu Erwerbsarbeit. Das Tolle an der negativen Einkommenssteuer ist doch gerade, dass es ohne zusätzliche Kriterien auskommt, wer legitimerweise als bedürftig zu gelten hat. Durch die Einschränkung, dass nur diejenigen eine negative Einkommenssteuer erhalten sollen, welche sich am Arbeitsmarkt beteiligen, machst du faktisch ein Kombilohn-Modell draus. Ein ordnungspolitischer Sündenfall, wenn ich das so sagen darf :-).</p>
<p>Abgesehen davon verstehe ich auch inhaltlich nicht, was der ganze Erwerbsarbeits-Fetischismus soll. Ich habe zwei Quellen davon ausgemacht, die mich jedoch beide nicht überzeugen können:</p>
<p>1. Es gibt Leute, die behaupten, nur Erwerbsarbeit könne die Sozialintegration und die Selbstachtung einer Person garantieren. Menschen, die keinen Zugang zum Arbeitsmarkt finden, würden vereinsamen und depressiv werden. Konsequenterweise wird dann ein unbedingtes Grundeinkommen als Ausverkauf des Rechts auf Arbeit angesehen. &#8211; Das ist doch Bullshit! Was ist denn mit den SchülerInnen, den RentnerInnen und anderen Menschen, die noch nicht, vorübergehend nicht oder nicht mehr im Erwerbsprozess stehen? Alle Menschen finden doch Wege, wie sie sich in der Gesellschaft einbringen können, wenn mensch sie nur lässt.</p>
<p>2. Es gibt Leute, die behaupten, Erwerbsarbeit sei moralisch besser als andere Formen der Arbeit oder gesellschaftlichen Betätigung. Schliesslich müsse der Kuchen ja erstmal gebacken werden, bevor er verteilt werden kann – und das Produzieren eines begehrten Guts sei moralisch besser als es nicht zu produzieren. &#8211; Meinetwegen, aber dahinter steckt eine krumme Vorstellung dessen, was dazu beiträgt, dass der Kuchen gebacken wird, und was der Kuchen überhaupt ist. Nicht alle Tätigkeiten, die zum Entstehen des Kuchens beitragen, werden mit Geld abgegolten: Haus- und Familienarbeit z.B. meist nur, wenn sie familienextern erbracht wird. Ist nun Betreuungsarbeit in einem Altersheim moralisch besser als eine familieninterne Betreuung altersschwacher Personen, nur weil sie über den Markt erbracht wird? Ausserdem sind nicht nur über Geld konsumierbare Güter begehrte Güter. Oder ist der Sex, den eine Prostituierte anbietet ein begehrtes Gut, der Sex eines verliebten Paares jedoch nicht?</p>
<p>Okay, ich schweife ab, aber ich hoffe gezeigt zu haben, wie absurd der Erwerbszentrismus ist. Eine freiheitliche Gesellschaft masst sich nicht an, für ihre Mitglieder zu entscheiden, welcher Art von Tätigkeit sie nachzugehen haben. Die negative Einkommenssteuer hat eigentlich hauptsächlich eine funktionalistische Bedeutung: Sie ist der Preis, um ungestört Kapitalismus spielen zu können. Und die Menschen, die noch nicht, vorübergehend nicht oder nicht mehr im Kapitalismus mitspielen können oder wollen, können auch einigermassen anständig leben. Bedingungslos. &#8211; Das bedeutet Freiheit!</p>
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