Gaskocher
In den siebziger Jahren hat eine Gruppe von Naturwissenschaftern versucht, Prognosen über den Verbrauch verschiedener Ressourcen zu erstellen. Methodisch wurde dabei der Fehler begangen, dass wirtschaftspolitische Zusammenhänge und Mechanismen ausgeblendet wurden. Vor allem vergass man die Wirkung der Preise: wenn etwas verknappt, steigt zwingend der Preis. Preise Koordinieren also wesent,lich die Nachfrage, das Angebot und mögliche Substitution. So gesehen gibt es aus ökonomischer Sicht nie ein Versiegen einer Ressource – solange natürlich deren Preis sich frei bewegen kann und nicht durch politische (moralische?) Vorstellungen determiniert wird!
Nun schreiben wir mittlerweile das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts und das offizielle Bundesamt für Energie mahnt vor einer “drohenden Verknappung” im Rahmen der soeben publizierten Energieperspektiven. Für einen solchen anachonistischen Befund gibt es nur zwei mögliche Erklärungen:

  • Entweder man hat es wiederum versäumt, die wirtschaftspolitischen Erkenntnisse zu berücksichtigen
  • Oder man geht davon aus, dass das Primat der Politik in Energiefragen weiterhin gelten wird, so dass die Preise noch für lange Zeit verzerrt sein werden und deshalb die Politik rechtzeitig auf das eigene Versagen reagiert
  • Nach all meinen Erfahrungen, kann ich nur warnen: erspart uns diese Art von Abenteuer! (Bild: pixelquelle.de)

    Nachtrag: The show goes on, here.

    Ähnliche Artikel:

    • No Related Posts

    4 thoughts on “Club of Rome-Revival?

    1. Mir ist es nicht klar, was der Autor mit diesem Beitrag bezweckt. Es ist zwar richtig darauf aufmerksam zu machen, dass der Club of Rome die Wirkung von Preismechanismen ausgeklammert hat und gerade deswegen seine Prognosen grob daneben lagen. Daraus zu folgern, dass aus ökonomischer Sicht keine Verknappungen natürlicher Ressourcen existieren zeugt m.E. von einem eher schematischen Verständnis von Ökonomie. Vielleicht hat „man hat es wiederum versäumt, die wirtschaftspolitischen Erkenntnisse zu berücksichtigen,” es wäre aber interessant zu erfahren, wie diese “wirtschaftspolitischen Erkenntnisse” konkret aussehen.

    2. Ich kann nicht verstehen, warum man aus den Fehlern des Club of Rome zwar lernen kann, aber trotzdem sich scheut, die konkreten Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Diese bestehten in erster Linie darin, die Energiemärkte so funktionieren zu lassen, dass die Preise sich frei bewegen können, die Energieproduzenten nicht durch staatliche Regulierungen oder Interventionen verzerrte Kosten gegenüberstehen (z.B. durch staatlich festgelegte Endkundenpreise, durch eine Verstaatlichung von Risiken, durch eine Förderung bestimmter Energieformen), die Eigentümer den Anreiz haben, unternehmerisch zu denken und zu handeln (ist für Werke im öffentlichen Besitz nicht zwingend). Soweit ein paar der wichtigsten Aspekte. Also: nicht die Nachfrage als exogen gegebene Grösse betrachten, und darauf aufbauend ein staatlich gelenktes Energieangebot planen, sondern die Marktkräfte spielen lassen. Diese sind höchstens um die Probleme der externen Effekte zu korriegieren.

    3. […] das offizielle Bundesamt für Energie mahnt vor einer “drohenden Verknappung” im Rahmen der soeben publizierten Energieperspektiven. Für einen solchen anachonistischen Befund […]

      Diese bestehten in erster Linie darin, die Energiemärkte so funktionieren zu lassen, dass die Preise sich frei bewegen können,

      Ich glaube nicht, dass Ihnen (mz.) klar ist, dass wir hier
      über den Preis des Heizens reden, das in unseren Breiten
      im Winter schlicht notwendig ist. Der Markt sieht genau so
      weit in die Zukunft, wie die Kapitaleffizienz das diktiert; und
      das ist verdammt kurz. Der Preis reagiert nicht schneller
      als der Markt, denn heute schon sollte das Öl erheblich
      teurer sein, als es ist. Wenn morgen Energie zu teuer für
      normale Menschen ist, weil wir heute die Mechanismen
      dem Markt überlassen, dann mögen sich die
      Martkwirtschaftsvertreter (als einzige) auf verdammt
      heiße Zeiten einstellen.

      Mit freundlichen Grüßen, Steve Wolter

    4. Ich glaube, die Aussagen des Club of Rome werden von allen Kommentatoren einseitig auf das Verknappen der Ressourcen reduziert. In Wahrheit geht es darum, dass Die Erde ein endlich großer Ball ist und nicht darüber hinaus wachsen kann – auch nicht durch den Import von Sonnnenenergie, der ja kompensiert (negativ) wird durch Energieabstrahlung der Erde.
      Harpo

    Leave a Reply

    This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.