Kuh

Heute Morgen durfte Nationalrat Franz Brun (CVP, LU) in den Nachrichten zum Besten geben, weshalb er gegen die Privatisierung der Swisscom ist. Es sei einfach falsch, die beste Milchkuh im Stall zu verkaufen, gab der Bauer aus Ruswil zu bedenken. Kein Wunder griff Brun zu diesem Vergleich: Bekanntlich ist Ruswil die Gemeinde mit den meisten Kühen in der ganzen Schweiz – ganze 3212 Stück zählte der Tagesanzeiger im letzten Sommer.
Wer diese angebliche Hochleistungskuh Swisscom genauer betrachtet muss erkennen, dass es sich bei der Swisscom längst nicht mehr um eine tolle “Erstmelk-” oder erprobte “Zweitmelk”-Kuh handelt. Ganz im Gegenteil: Die milchigen Jahre dieser Firma sind vorbei. Telekommunikation allgemein ist ein risikoreicheres Geschäft mit schwierigen Ertragsaussichten geworden und die Swisscom im Besonderen hat Ertragsschwierigkeiten. Das Parlament (und auch Franz Brun) hat der Öffnung der letzten Meile zugestimmt und dann droht noch eine Strafe der Weko von fast 500 Millionen Franken wegen zu hoher Interkonnektionspreise. Das ist etwa so wie wenn Franz Bruns beste Kuh eine akute Euterentzündung hätte und gleichzeitig in den Hungerstreik träte. Fazit: Lieber keine Kuh im Stall als so eine. Dann sind es halt nur noch 3211! (Foto: Pixelquelle)

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2 thoughts on “Swisscom: Die Milchkuh ist alt geworden

  1. Die FDP- und SVP-PolitikerInnen sind doch selbst schuld, dass die Swisscom-Privatisierung bereits so gut wie gescheitert ist. Schlechte Vorbereitung und mangelnder Realitätssinn kommen nie gut. Wie wär’s zur Abwechslung mal mit einer vernünftigen Vorlage? Ich bin durchaus nicht der Meinung, dass der Staat einen grossen Informatik-Dienstleister besitzen muss, aber die Kontrolle über die Netzinfrastruktur sollte die öffentliche Hand nicht so leichtfertig aufgeben. Wenn Monopole unvermeidlich sind – und zumindest in den Randregionen wird es in absehbarer Zeit keine alternativen Netze geben – dann lieber ein öffentlich kontrolliertes Monopol, bei dem die allfällige Monopolrente in die Staatskasse geht.

  2. Schon heute ist die Grundversorgung Teil einer Konzession und es bestehen die gesetzlichen Grundlagen, das noch genauer in eine Konzession hineinzuschreiben. Also: wo liegt das Problem?

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