Podcast: Mises über Antiliberalismus (1)
Ludwig von Mises hat sich in seinem wirklich zur Pflichtlektüre gehörenden Werk “Liberalismus” (1927, Volltextversion als PDF) auch damit auseinandergesetzt warum es denn Antiliberalismus gebe. Wir besprechen beide von ihm genannten Gründe in je einer Ausgabe des ordnungspolitischen Podcasts. Heute der erste Grund: Ressentiments oder “übelwollenden Neid”. Nächste Woche geht es dann um den zweiten, sehr viel schwerwiegenderen Grund.
Ordnungspolitischer Podcast (7)
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Steve:
Hallo,
[Zusammenfassung: von Mises "erkennt" in nichtliberalen Positionen
entweder übelwollenden Neid oder eine in der nächsten Woche genannte
Neurose]
Als ich noch jung war, galt der Grundsatz, dass man gerade mit
weltanschaulichen Gegnern höflich umspringt. Wer behauptet,
dass alle Nichtliberalisten entweder Charakterschweine sind (Neid
und Hass) oder neurotisch veranlagt, der trägt eine Argumentation
ad homine, die nicht ad homine gehört. Der Mann gehört eingestaubt
und nicht vorgelesen. Ich bin auch für das Prinzip in dubio pro libertate,
aber nicht SO.
Gruß, Steve
2 Mai 2006, 12:51 amsisyphos:
Naja, so ganz falsch scheint mir der Mises jedenfalls nicht zu liegen. Dass Sozialisten und Antiliberale sehr gerne äusserst emotinal (oder “bauchgesteuert”) argumentieren, entspringt schon ihrer Grundthese des “Klassenkampfes” gegen den Liberalismus.
2 Mai 2006, 2:06 amSepp:
Ein kurzer Rundgang durch Bilder und Texte zum 1. Mai zeigen, dass Mises sehr wohl recht hatte, zumindest mit dem Neid.
2 Mai 2006, 6:26 amSteve:
Selbst, wenn Mises Recht gehabt hätte (und Ihre Aussagen sprechen eher dafür, dass so mancher Vertreter des Liberalismus nicht genug zwischen den Ohren haben, um die vielschichtigen Argumentationen der Linken zu durchdringen), ist doch die These an sich, Antiliberalismus sei nicht rational erdenkbar (denn er entspringt ja immer negativen Charaktereigenschaften), gequirlte Kacke.
Im Gegenteil, er ist sogar mit positiven Gefühlen begründbar:
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Josef Ackermann ist
eine Beleidigung für die Würde des Menschen. Kein Mensch in
einer Machtposition darf mit der Würdemaxime kollidieren.
Ergo: Josef Ackermann ist in seiner Machtposition unhaltbar.
Jedes System, dass ihn unterstützt, _muss_ schlecht sein.
Oder auch vollkommen rational auf Basis des Utilitarismus,
der geistigen Basis der Liberalen:
1. Gleichheit macht mehr Menschen glücklich als Freiheit.
2. Das Ziel allen gesellschaftlichen Handelns ist eine
maximale Summe Glücks über alle Bürger.
K: Gleichheit ist wichtiger als Freiheit.
Sie brauchen die Argumentationen nicht anzufechten, die
sind wacklig genug: Aber erst, wenn Sie den Argumenten
selbst Neid oder Neurose nachweisen, hat Mises recht.
Bis dann ist seine Theorie die eines armen Irren.
Freundlichen Gruß, Steve
2 Mai 2006, 3:22 pmsisyphos:
Naja das mit dem Vakuum zwischen Ohren und die folgende Untermalung haben mich nicht wirklich überzeugt, sorry. Ich frage mich jetzt grad wo wessen gequirlte Kacke liegt.
3 Mai 2006, 2:39 am