Couchepin, Versicherer und Ärzte auf etatistischen Abwegen – ein Lösungsvorschlag

Es muss nun, rund fünf Jahre nach der Einführung des sogenannten Zulassungsstopps einmal gesagt sein: Es ist ein ordnungspolitischer Skandal, dass Artikel 55a des KVG jungen Ärztinnen und Ärzten die verfassungsmässig garantierte Gewerbefreiheit verwehrt. Und es ist ein Skandal, dass niemand etwas dagegen unternimmt:
Was wäre denn ein mögliches Modell? Wenn das KVG zum Ziel hat, eine Grundversorgung mit Gesundheit sicherzustellen, dann schiesst das jetzige System über das Ziel hinaus. Man überlege sich einmal, welchen Luxus diese Krankenversicherung darstellt: Sie erlaubt es den Versicherten so oft irgend einen Arzt (insbesondere einen Spezialisten, und auch zwei oder drei zum gleichen Problem) zu sehen, wie sie wollen. Sie erlaubt den Versicherten zu konsumieren, ohne zu bezahlen. Es wäre durchaus sinnvoll, die allgemeine und sog. soziale Krankenversicherung folgendermassen auf eine richtig verstandenen Grundversorgung einzuschränken:
Wer den heutigen Luxus weiterhin will, soll dies mittels Privatversicherung bitte auch bezahlen. Es geht nicht an, dass eine Zwangsversicherung Leistungen und Wahlfreiheiten versichert, die nichts mit medizinisch sinnvoller Grundversorgung, sondern mit (allenfalls Sämi-Stutz- geleiteten) Wunschvorstellungen zu tun hat. ordnungspolitisch geradliniger wäre es, den Kontrahierungszwang überhaupt aufzuheben. Aber davon ein andermal – vorerst sei obiger konkreter und auch politisch umsetzbarer Vorschlag deponiert. (Foto: pixelquelle.de)
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Sepp:
Sehe das als passablen Weg, nur: der Leidensdruck bei den Beteiligten inkl. Prämienzahlenden scheint trotz allem Gejammer noch nicht goss genug zu sein.
12 Mai 2006, 7:35 amLiest Bundesrat Couchepin den ordnungspolitischen Blog? auf Ordnungspolitischer Blog:
[...] Triumphgeheul ist sonst meine Sache nicht. Aber gefreut habe ich mich natürlich schon, als ich den neusten gesundheitspolitischen Ballon von Bundesrat Couchepin las – und darin meine Überlegungen vom vergangenen Mai erkannte. [...]
13 März 2007, 11:24 am