PET-Recycling: Wie man sich selbst zum Service Public erklärt

Keine Durchfahrt für freies Recycling
Am 12. Juli 2006 meldeten verschiedene Zeitungen, es gebe bald einen “PET-Wildwuchs” in der Schweiz. Während Migros und Coop brav PET-Flachen sammelten, seien Aldi, Denner und Otto’s “Trittbrettfahrer” und “schwarze Schafe”, weil sie nicht bei PET-Recycling Schweiz (PRS) mitmachten (und pro Flasche vier Rappen Steuer entrichten). Die PRS gibt sich flugs das Label “Servivce Public” und stempelt damit alle die nicht bezahlen – weil sie eine bessere Lösung für ihre gesammelten Flaschen kennen zu den “Bösen”. Wegen diesen Discountern “fehlten” PRS zwanzig Prozent der PET-Flaschen, was dazu führen könne, dass der Bund eine staatliche Entsorgungsgebühr einführen könnte. Wahrscheinlich fehlen der PRS vor allem die je vier Rappen Abgabe…

Wer nämlich die Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV) liest findet – zum Glück – keine Bestimmung wonach das gesamte Recycling über eine Organisation abgewickelt werden muss. Es ist also egal wer das Recycling durchführt. Hauptsache ist, dass drei von vier Flaschen gesammelt werden. Aldi und Otto’s (Denner ist mitlerweile weich geworden und der PRS beigetreten) sind also keinesfalls “schwarze Schafe” und auch keine Trittbrettfahrer. Sie sammeln Flaschen ein, nehmen aber das teure Recyclingangebot der PRS nicht wahr und nehmen durch den Verkauf des Rohstoffs sogar noch etwas ein. Ach ja, im Jahre 2005 wurde die Rücklaufquote erstmals erreicht. Also: Who cares?
(Quelle NZZ, “Heute” vom 12.07.06)

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Ein Kommentar

  1. Sepp:

    Ich gründe die “Blog-Recycling Schweiz”. Wir sammeln unbenutzte Blogs ein und verwerten die Buchstaben. Alle Blogger zahlen mir eine vorgezogene Entsorgungsgebühr. Wer es nicht tut ist unsolidarisch. Das ist nachhaltige Internethygiene!

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