Rapsfeld
Letzte Woche war ich in St.Gallen und führte mir dort das St.Galler Tagblatt zu Gemüte. Neben einem interessanten Interview mit Roland Baader – davon aber später – las ist auf Seite 17 wieder einmal einen Bericht über einen guten Zweck und wie man die dazugehörige Klientel im Wahljahr mit sechzig Millionen Franken die einem nicht gehören bedient.

Was las ich da? Die Grüne Partei Thurgau will – wie innovativ, als ob noch niemand mit dieser Idee gekommen wäre – einen Teil des kantonalen Anteils an den Goldreserven der Nationalbank mit einer Volksinitiative einem Fonds für erneuerbare Energien zukommen lassen. Mit sechzig Millionen Franken soll ein Kässeli für “grössere Projekte” geschaffen werden, das die bestehende ordnungspolitisch fragwürdige Förderung von einer Million Franken pro Jahr ergänzen soll. Die Präsidentin der Grünen erhofft sich daraus den Bau einer Holzpelletsfabrik in Frauenfeld (inkl. Emissionen!) oder einer Solarzellenproduktion. Ein Kantonsrat ergänzt, die erneuerbare Energie stehe an der Rentabilitätsschwelle.

Wenn das mit der Schwelle stimmt, dann ist die geplante Geldverschleuderung schlicht nicht nötig. Wenn es nicht stimmt, und Thurgauer Holzpellets nicht fabriziert werden, weil sie niemand kauft, dann ist es sinnvoller mit den sechzig Millionen Franken die Schulden des jetzigen Generation Thurgauerinnen und Thurgauer zu begleichen, als sie unrentablen Firmen zur Vernichtung hinterherzuwerfen und die Schulden der nächsten Generation dankeshalber weiterzureichen. Aber eben: Es ist Wahljahr und da wird unglaublich gerne Geld verteilt. Erinnert mich an meine Heimat Sizilien ist aber ganz sicher “nur gut gemeint”.

Ach ja: und dass die Thurgauer Regierung mit dem Gold die staatliche Pensionskasse sanieren will, muss in diesem Zusammenhang der Vollständigkeit halber auch noch erwähnt werden. Denn dieser ordnungspolitische Fehltritt ist mit dem Anliegen der Initianten durchaus vergleichbar.

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2 thoughts on “Auch das Thurgauer Nationalbankgold gehört nicht einer bestimmten Klientel

  1. In erneurbare Energie zu investieren wird die nachfolgenden Generationen viel eher von Schulden entlasten, als der kontinuierliche Mittelabfluss (Geldverschleuderung) nach Fernost und an die gierigen Teilhaber von Erdölwerten unter uns (die massgebende Klientel).

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