Vater sein und auf Kosten anderer herumliegen
Es ist Wahlkampf. Ein (weiteres) Symptom das gestrige Schaulaufen zum Tag der Frau. Ironischerweise, beschliesst der Nationalrat dabei ausgerechnet einen Vaterschaftsurlaub. Die Blogosphäre hat da auch schon eine Meinung([1], [2]) Möglich wurde das durch eine wieder einmal wunderbar aufgeteilte CVP (11 Stimmen dafür, 11 Stimmen dagegen, eine Enthaltung und fünf, die sich zusammen mit 16 (!) FDP-Schlaumeiern und 15 (!) SVP-Angsthasen ohne Rückgrat oder ohne Disziplin (zutreffendes bitte melden) in die Wandelhalle verkrochen haben, Abstimmungsprotokoll als PDF).

Aus einem ordnungspolitischen Denkansatz analysiert, ergeben sich verschiedene Betrachtungsweisen:

1. Der Geldtopf der Erwerbsersatzordnung (EO) ist voll, weil er für eine Armee mit 600’000 Angehörigen gebaut wurde. Es wäre ordnungspolitisch sinnvoller, den EO-Beitrag zu vermindern, statt das Geld einfach irgendjemandem zu verteilen. Dadurch bliebe den Menschen mehr Geld im Portemonnaie. Das sei der CVP die bei jeder Gelegenheit von “Wachstum” redet und der SP, für welche die AHV gar kein Problem hat, wenn es denn etwas “Wachstum” gäbe vor Augen geführt. Zudem bedient sich der Staat vom höheren Nettolohn ja auch wieder.

2. Die Einführung eines Mutterschaftsurlaubes hat mehr als fünfzig Jahre gedauert. Es ist eine Ohrfeige ins Gesicht der Frauen, wenn sich die Männer nun im Schnellverfahren an den eidgenössischen Fleischtöpfen vergehen.

3. Neben den finanziellen Auswirkungen des Vorschlages gibt es auch noch die betrieblichen Folgen einer zusätzlichen Absenz eines Mitarbeiters, gerade bei kleineren und mittleren Unternehmen. Die CVP braucht sich nicht zu fragen, warum ihr gebetsmühlenartig vorgetragenes Bekenntnis zu den KMU von niemandem ernst genommen wird.

Tröstend ist bloss, dass die Motion mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht lange nach den Wahlen in irgend einer der abertausenden von Beamtenschubladen verschwindet. Hurra! (Foto: pixelquelle.de)

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3 thoughts on “Vaterschaftsurlaub: Gutes tun mit dem Geld der anderen

  1. Wer Vaterschafturlaub will, soll wie alle anderen ehrlichen Leute auch einfach freinehmen. Aber bald sag ich mir: auf einem Soziaversicherungszweig mehr oder weniger kommts ohnehin bald nicht mehr drauf an. Aber ich sorge mich schon angesichts des seit 1991 wild um sich greifenden Etatismus. Wo stehen wir wohl in 10 Jahren?

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