Sorry, aber das ist nun einfach nur noch absurd: Solange der Staat Hauptaktionär ist, tragen wir alle die Risiken für das Swisscom-Geschäft. Einfluss auf die Geschäftstätigkeit können wir aber gar nicht nehmen – da sitzt irgend ein Typ des Finanzdepartements und soll mich, mein Geld und das Risiko, das ich trage vertreten. Dass ich nicht lache. Man könnte das “Zwangssolidarische Haftung für Unternehmensrisiken” nennen. Und nun zwei Meldungen:

Die Swisscom will ins italienische Breitbandnetz investieren
Die Swisscom macht zwanzig Prozent weniger Gewinn

Wieso muss ich als einfache Hausfrau die Risiken eines italienischen Breitbandnetzes mittragen? Und wieso muss ich überhaupt die unternehmerischen Risiken eines alten Monopolisten der Telekombranche mittragen? Das ist ordnungspolitischer Schwachsinn und unternehmerischer Wahnsinn. Die Blogosphäre schweigt – sonst immer parat, sich als kompetent, relevant und allwissend hinzustellen (nur Meidi äussert sich und das sogar ordnungspolitisch richtig, aber handzahm). Ich will mein Geld zurück oder sofort die Aktie her!

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13 thoughts on “Swisscom: Ich will dieses Risiko nicht mittragen

  1. Vielleicht merken es ja nun jene, die noch vor einem Jahr in der Swisscom eine heilige Kuh gesehen haben, die man unter gar keinen Umständen schlachten dürfe.

  2. Hm, was kann denn die Swisscom dafür, wenn der Bund unbedingt noch Aktien will? Die Swisscom darf, dank der Marktöffnung, ja auch nicht stehen bleiben, sonst geht das Geld genau so schnell weg denn die Konkurenz schläft ja nicht. Mit Fastweb wird nicht nur ein Risiko eingekauft, sondern auch eine Chance und 3 Jahre Technologie-Vorsprung! Letzterer lässt sich dann spätestens in der Schweiz wieder zu echtem Geld umtauschen… Ich bin eh dafür das der Bund alle Swisscom Aktien verkauft. Swisscom wäre schon einiges weiter wenn nicht immer alle mitreden wollten!

  3. Nun, jetzt hat die Sphäre gesprochen und ich finde es gut, solche Dinge (wie die Swisscom) unter die Lupe zu nehmne und auch gebührend zu kritisieren, denn im endeffekt geht bei diesem Betrieb sehr viel Geld in die Tasche von wem auch immer. Die Investitionen sollten sich wenn, dann auf die Senkung von Tarifen und hoffentlich SMS berappungen auswirken, denn da werden hunderte Millionen verdient, und der Aufand ist in keinem Verhältnis dazu!

  4. Ich glaube die Kritik richtet sich gegen jene, die gegen die Privatisierung waren/sind und nicht gegen die Swisscom als Firma.

  5. Pingback: Freie Gedanken

  6. Fast alles richtig: Also, Leute, sorgen wir endlich für die Vollprivatisierung. Die Asymmetrie zwischen vollständiger Marktöffnung (und übrigens sehr wirksamem Wettbewerb) und unvollständiger Entstaatlichung von Swisscom schadet auf Dauer nicht nur der Swisscom, sondern dem Kommunikationsplatz Schweiz.

  7. Und genauso sollte die ordnungspolitisch falsche “Schweizerische Exportrisikoversicherung” (SERV) abgeschafft werden. Ich sehe nicht ein, weshalb die Privatwirtschaft ihre unternehmerischen Risiken auf die Allgemeinheit abwälzen sollte.

  8. Ach Christian:
    – Zu deinem AKW-Vergleich: AKWs produzieren erstens wenigstens etwas, was wir hier gebrauchen: Strom. Können wir ein italienisches breitbandnetz hier gebrauchen? Eben. Zweitens: Man könnte aus deiner Behauptung herauslesen, dass du AKW-Maximalrisiken für gleichwahrscheinlich erachtest wie Unternehmensrisiken. Das wäre aber stümperhaft.
    – Zu deinem brillianten Nachdoppeln: Welcher ordnungspolitisch sauber denkende Politiker ist den schon für die Exportrisikoversicherung? Eben.

  9. Ich dachte immer, die ordnungspolitische Diskussion solle einer Versachlichung politischer Streitpunkte dienen. Leider wird auf dem Ordnungspolitischen Blog selten argumentiert, sondern ganz einfach Diskqualifiziert («Das wäre aber stümperhaft»).

    Zur Sache: Dass es nicht Aufgabe des Staates ist, unternehmerische Risiken aus der Privatwirtschaft abzudecken, sind wir uns einig.

    Weshalb wir in der Schweiz Strom, aber keine moderne Informationstechnologie brauchen, ist mir hingegen nicht einsichtig. Wie und wer unsere Bedürfnisse nach Energie und Informationstechnologie abdecken soll, wäre dann eine andere Frage.

    Kannst du mir zu hundert Prozent versichern, dass es nicht morgen einen Reaktorunfall in der Schweiz geben könnte? Zudem: Man müsste nicht nur die Wahrscheinlichkeiten, sondern auch die Folgen eines Unfalls in Betracht ziehen. Wenn man ein grosses Unternehmen in den Bankrott reitet, stehen die Manager – mit mehr oder weniger Haltung (siehe Swissair) – für die Folgen ein. Kannst du mir sagen, wer bereit ist, vollumfänglich für die Folgen eines Reaktorunfalls hinzustehen? Da gibt es in der Diskussion über die Kernkraftwerke einfach einen blinden Fleck, über den niemand diskutieren will. Schliesslich betrachte ich ein Reaktorunfall durchaus als ein unternehmerisches Risiko.

  10. Sachliches Argumentieren braucht Gesprächspartner, die auf ein Thema (zur Erinnerung: Swisscom) eingehen und nicht altbekanntes “Themenhopping” betreiben. Schön dass wir im Falle Swisscom einig sind.

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