Tellvetia.ch: Schwachsinn von Staates Gnaden

Ordnungspolitisch sind alle staatlichen Kampagnen fraglich – keiner entbehrt ein paternalistischer Zug und keine hat meines Wissens tatsächlich etwas gebracht. Der neuste Gag aus der Kiste “Aktionen, die die Schweiz nicht braucht” ist Tellvetia.ch, der junge Leute dazu bringen will, für das nationale Parlament zu kandidieren. Nur schon dieses Ziel ist absurd – es hat den Staat gar nicht zu interessieren, wieviele Junge kandidieren – höchstens dass richtig gewählt wird und vor allem wer dann die Wahl schafft. Erhellend wird es dann, als der leicht trottelige Junge (im roten Shirt) das fesche flotte Girl (im grünen Shirt) fragt, warum sie denn kandidieren wolle. Die Antwort zeigt auch gleich die Misere auf:

Tellvetia.ch: Schwachsinn von Staates Gnaden

So ist also die Priorisierung: Gesetze machen, Geld verteilen und den Bundesrat wählen. Das ist sicher sehr cool! Vor allem sind es ja die anderen, die sich dann an die Gesetze halten müssen und das verteilte Geld zu bezahlen haben. Hinzuzufügen wäre noch, dass man auch ohne Wahl staatliches Geld verteilen kann. Es reicht ein Job bei den Parlamentsdiensten.

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6 Kommentare

  1. sisyphos:

    Das ist ja wie in einer Karikatur…

    Ist das ein Game? Auf Tellvetia.ch gibt’s nichts.

  2. Dominik Feusi:

    Also ich finde da etwas…

  3. sisyphos:

    Ja, in der Tat. Oh Gott. So was verdient eigentlich eine eigene PUK…..!

  4. Le Mont De Sisyphe:

    Tellvetia

    Voici venir le dernier projet de fonctionnaires cr

  5. energiefreund:

    Auch wenn es typisch ist, dass die Kids im roten und grünen Shirt manchmal ein bisschen naiv sind ;), wurde die Seite wohl klar für Kinder und Jugendliche gestaltet…
    Wenn Glarus Kinder ab 16 stimmen lässt, die erst kürzlich dem Lesen mächtig wurden, braucht es vorgesprochene Texte und einfache Dialoge :)

    “es hat den Staat gar nicht zu interessieren, wieviele Junge kandidieren – höchstens dass richtig gewählt wird und vor allem wer dann die Wahl schafft”

    Ich denke selbst Jugendliche und auch Erwachsene die eine höhere Bildung genossen haben, wählen FALSCH oder gar nicht, da sie keine Ahnung vom Schweizer Staat haben und gegen dieses “Phänomen” wurde die Seite konzipiert…
    Ich muss zustimmen, dass die Dialoge nicht gerade scharfsinnig sind. Doch Jugendliche die sich nach Tellvetia beginnen politisch zu interessieren landen ja auf euren Bloggs, beginnen selbständig zu lesen und schalten ihr Hirn an… Ohne interessiertes Volk besucht auch niemand eure Bloggs…

  6. sisyphos:

    Ich glaube kaum dass dieser PR-Schwachsinn Leute zur poitischen Teilnahme zu motivieren vermag. Es lässt mich überdies stutzig werden, dass es ausgerechnet die Parlementsdienste sind, die solches initiieren. Offensichtlich freuen auch sie sich drauf ihre Klientel diesen Herbst ausgewechselt zu sehen.

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