Mindestlöhne schaffen Arbeitslosigkeit

Heute ist sie im Tages-Anzeiger wieder einmal Thema: Die alte und niemals enden wollende Forderung von Gewerkschaften nach einem Mindestlohn. In einem Pro und Kontra erhält das Postulat einen Raum, den man ihm eigentlich gar nicht zugestehen sollte. Auch die Wiederholung macht die Forderung nicht sinnvoller.Ordnungspolitisch sorgen Preise für eine Koordination. Löhne als Preise für Arbeit koordinieren, wo, was zu welchem Preis gesucht oder gefunden wird. Mindestlöhne setzen ordnungspolitisch die Koordination ausser Kraft. Wer ausbildungs- oder produktivitästmässig darunter fällt, findet keine Stelle. Mit fatalen Folgen. Warum?

1. Mindestlöhne verhindern den Einstieg in den Arbeitsmarkt: Wenn ein Mindestlohn gilt, ist die Hürde für die Arbeiotgeber jemanden anzustellen höher als wenn Arbeitnehmer und Arbeitgeber frei über den Lohn verhandeln können. Nur ohne Mindestlohn bekommt ein Stellensuchender eine Chance, um sich (auch lohnmässig) hinaufzuarbeiten. Das ist sozial – Mindestlöhne sind hingegen unsozial. 

2. Mindestlöhne produzieren Arbeitslose: Obiger Effekt wirkt sich rasch aus. Ein Ländervergleich zeigt es klar und deutlich. Mindestlöhne führen zu höherer Sockelabeitslosigkeit. Das ist unsozial

Mir ist schon klar, warum Gewerkschaften Mindestlöhne so toll finden, denn

ihre Klientel sind jene, die eine Arbeit haben

(und vom Lohn prozentual etwas in die Funktionärskasse abliefern, der höhere Lohn kommt also den Funktionärsbossen zugute). Ihre Mitglieder sind nicht jene, die ohne gute Ausbildung eine Arbeit suchen, also Arbeit suchen, weil sie etwas tun und sich ihren Lebensunterhalt selber verdienen wollen. Alles klar.

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5 Kommentare

  1. Le Mont De Sisyphe:

    Linkosph

  2. ((( rebell.tv ))) blog - "Mindestlöhne schaffen Arbeitslosigkeit":

    [...] schaffen Arbeitslosigkeit” Kategorie: ökonomWie? | | von sms um 09:42überredet, ordnungspolitik.ch. und “geld ist mittel zur freiheit”. einverstanden? dr. klaus w. wellershoff, ubs.com | gerd [...]

  3. rittiner & gomez:

    wir sind absolut für mindest löhne, jetzt subventioniert der staat ja viele arbeitsplätze mit sozialabgaben.

  4. Jungsozialisten wider ökonomische Vernunft auf Ordnungspolitischer Blog:

    [...] Folge. Bei Mindestlohnvorschriften führt das zu weniger Einstiegschancen für Arbeitssuchende und damit zu mehr Arbeitslosen. Die Nachfrage nach Arbeit versiegt. Bei Maximalvorschriften ist es logischerweise umgekehrt: Das [...]

  5. Markus Alder:

    Diese Argumentation ist uralt: Die Löhne setzt der Markt fest, die Wirtschaft braucht möglichst tiefe Löhne, wir brauchen billige Gastarbeiter, Wohlstand gefährdet Arbeitsplätze usw.

    Ist es denn wirklich so?

    Am Beispiel der Schweiz seit dem Friedensabkommen in der Maschinenindustrie von 1937 zeigt sich, dass es auch anders geht.
    Mit dem bedeutenden Friedensabkommen mussten die Arbeitgeber erstmals klar eingestehen, dass die Arbeitnehmer nicht einfach eine austauschbare Masse sind, sondern wertvolles Humankapital.

    Nach dem Krieg kam die Angst vor dem Kommunismus, daher wurden mehr und mehr Lohnzugestädnisse an die Arbeitnehmer gemacht und die Arbeitsbedingungen verbessert. Die Schweiz konnte damals auch vom Vorteil eines unbeschädigten Produktionsapparates zählen. Der technische Fortschritt konnte sich fast weltweit frei entfalten und Wohlstand schaffen. Weil die Wirtschaftsleistung in vielen traditionellen Länden schneller als die Arbeitsproduktivität stieg, kam bald wieder die Forderung nach Gastarbeitern, um das Wachstum aufrecht zu erhalten (und wohl auch um den Lohnanstieg zu begrenzen).
    Schon in den 60er sorgten sich in der Schweiz einzelen Menschen um die Natur und wollten die Einwanderung und damit das rein quantitative Wachstum begrenzen.
    Mit dem Achtungserfolg der von bürgerlichen Kreisen erbittert bekämfpten “Schwarzenbach- Inititive” sah sich der Bundesrat gezwungen, die Gastarbeiter- Rekrutierung zu begrenzen.
    Die Löhne wuchsen weiter, ja sogar noch nach der Ölkrise von 1973. Die Wirtschaft ging nicht unter, sie steigerte einfach die Produktivität.
    Mit der Wirtschaftskrise ab 1990 und der gleichzeitig gesteigerten Einwanderung gelingt es, die Löhne breiter Bevölkerungsschichten substanziell zu drücken.

    Das Wirtschaftswachstum der Hochkonjunktur ist aber nie mehr erreicht worden, nicht einmal mehr das der frühen 80er!
    Höhere Löhne sind nicht einfach schädlich, sie sind vielmehr ein Anreiz für Produktivitätssteigerungen. Wenn die Produktivität steigt, kann die Wirtschaft ohne neue Gastarbeiter wachsen.

    Ich bin kein Gewerkschafter, ich bin auch der Meinung, dass ein Arbeitsvertrag zwischen erwachsenen, mündigen Personen abgeschlossen wird und daher auch vertragsgemäss geändert oder gekündigt werden darf.
    Es darf aber nicht sein, dass unsere Löhne durch billige Gastarbeiter ins Bodenlose gedrückt werden.

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