Schere aus Metall

Jetzt im Wahlkampf ist sie wieder in aller Munde, die sogenannte Schere zwischen Reichen und Armen (autsch!). Sie gehe immer mehr auseinander wird landauf und landab wiederholt – was die Behauptung nicht wahrer macht. Wer so formuliert, unterstellt zudem, die Reichen würden auf Kosten der Armen reicher, was just eine Meldung des Bundesamtes für Statistik widerlegt. Wohl sind die Reichen reicher geworden, aber nicht auf Kosten der Armen, denn auch diese haben mehr Geld. Die Einkommensverteilung ist in der Schweiz gleich geblieben und zeigt sogar eine “Tendenz zur gleichmässigeren Verteilung”, wie es in der Medienmitteilung heisst.

Aber eben: Wir stehen im Wahlkampf und das ist das Schüren der Neidgenossenschaft zum eigenen wahltaktsichen Vorteil ein beliebtes Mittel Stimmen zu werben. Die Gewerkschaften und allen voran deren zur Wiederwahl antretenden FackelträgerInnen fordern zum AHV-Jubiläum einen Bonus für alle in Milliardenhöhe auf Kosten der arbeitenden Generationen, obwohl die schon jetzt die Zeche bezahlen. Auch hierzu lassen sich die Zahlen des Bundesamtes für Statistik trefflich herbeiziehen. Die Transfereinkommen von Staates Gnaden haben zwischen 1990 und 2004 um jährlich 3.8 Prozent zugenommen (hat da jemand etwas von “Kaputtsparen” gesagt?). Ich wusste doch, dass irgendjemand von der Explosion der Staatsquote profitiert.

Das Versprechen von Transferleistungen (also weiteren Umverteilungen) von einer hochprogressiv besteuerten Minderheit zu einer Mehrheit produziert Nutzniesser von Staatses Gnaden in Form von “wohlerworbenen Rechten” bis in Ewigkeit. Amen. Diese Profiteure vergessen dann in Abhängigkeit staatlicher Gelder jede Eigeninitiative und persönliche Verantwortung. Das Glück kann dann nur noch durch noch mehr vom Gleichen erreicht werden. Wenn Diktatoren ein Volk entmündigen, ruhig stellen und träge machen wollen, machen sie es genau so.

(Meldung des BfS als PDF, Foto:pixelio)

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3 thoughts on “Die Schere zwischen Reich und Arm

  1. “Wenn Diktatoren ein Volk entmündigen, ruhig stellen und träge machen wollen, machen sie es genau so.” und in Calmy-Reys Departement wird das bereits auf Hochtouren geübt. Thomas Fleiner “demokratisiert” zur Zeit mit Chàvez Venezuela…

  2. Die Bemerkung “die Reichen würden nicht auf Kosten der Armen reicher werden” kann ich nicht nachvollziehen, denn Reichtum ist IMMER eine relative Grösse. Entscheidend ist, wie reich sich der Einzelne fühlt und dies kann nur im Vergleich gemessen werden. Wenn also die Gehälter der Manager schneller steigen als die der “normalen” Angestellten, dann fühlen sich die “normalen” Mitarbeiter ärmer. Dies wurde schon mehrfach nachgewiesen und dies kennt sicher auch jeder aus eigener Erfahrung.

  3. Pingback: Die Lohnschere gibt es nicht « Ordnungspolitischer Blog

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