Dunkle Wolken über New York (vor 2001)

Bei konjunkturellen Krisen lohnt sich das genaue Hinschauen. Das hat schon Milton Friedman gewusst und in seinem Buch Kapitalismus und Freiheit anhand der dreissiger Jahre wunderbar vorexerziert.

Was die Krise auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt betrifft, ist das nicht anders. Den ungetrübten Blick wagt Privatbankier Konrad Hummler in seinem sehr lesenswerten 251. Anlagekommentar:

Die Ursache für das sich periodisch auftürmende Risikopotential des Finanzsystems rührt vom Stabilitätsbedürfnis her, das man über Notenbanken und den Regulierungsapparat zu befriedigen versucht. Der durch diese Instanzen in Fortsetzung verhinderte Kollaps eines oder mehrerer Systemteilnehmer setzt das Verursacherprinzip ausser Kraft und lädt zum Ausreizen von Spielräumen ein.

Konkret: Wenn sich die Marktteilnehmenden daran gewöhnt haben, dass sie die Notenbank bei Liquiditätsengpässen mit billigem Geld versorgt, haben sie keinen Grund mehr, risikogerechte Zinsen zu verlangen (und dadurch im Wettbewerb ins Hintertreffen zu geraten). Das hat mit «Marktversagen» nichts, mit ordnungspolitisch falschem Verhalten der Notenbank sehr viel zu tun (siehe auch eine lesenswerte Diskussion bei freilich.ch, Foto: pixelio).

Ähnliche Artikel:

  • No Related Posts

4 thoughts on “Die Ursache der US-Hypothekenkrise

  1. Nein, ein Marktversagen ist das ganz gewiss nicht. Wer mit den Typen von Brokern, welche diese Krise heraufbeschworen haben, zu hat, weiß oder müsste wissen, dass er sich auf blutrünstige Haifische einlässt. Das “Spiel” an den Börsen ist ein todernstes im wahrsten Sinn des Wortes

  2. Pingback: US-Hypothekenkrise: enfesselter Kapitalismus? auf Ordnungspolitischer Blog

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.