Lohnrunden: Was wirklich herausschaut, wenn die Löhne erhöht werden

Es ist wieder Herbst und das Lohnkartell aus Arbeitgebern und Gewerkschaften verhandelt wieder. Landauf und landab hört man von den Funktionären der Arbeiterzünfte, es müssten die Löhne erhöht werden, unter anderem, um die Binnennachfrage (noch mehr) anzukurbeln.
Ist es tatsächlich so einfach, dass höhere Löhne mehr Nachfrage produzieren und dann alles gut wird? Der deutsche Ökonom Horst Siebert (Gastautor beim Blog Wirtschaftliche Freiheit) vergleicht diese naive Argumentationsweise mit Baron von Münchhausen, der sich einst am eigenen Schopf und mitsamt seinem Pferd aus dem Sumpf gezogen haben wollte (Zitat aus diesem lesenwerten Buch).
Die Argumentation “mehr Lohn = mehr Nachfrage” blendet wesentliche Wirkungen höherer Löhne aus, denn sie bedeuten auch höhere Kosten. Das hat vielschichtige Folgen:

– Höhere Lohnkosten verteuern die Arbeit und setzen damit einen Anreiz, die Produktion zu rationalisieren und ohne Menschen durchzuführen, oder zu verlagern. Arbeitslosigkeit ist das Resultat.

– Höhere Lohnkosten bedeuten aber auch weniger Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und damit ein Rückgang der Exporte.

– Höhere Lohnkosten bedeuten höhere Preise und damit geringere Nachfrage respektive Ausweichen der Nachfrage auf günstigere Produkte aus dem Ausland.

Es verlieren also alle Beteiligten: Arbeitslosigkeit steigt, weniger Qualifizierte finden keinen Zugang zum Arbeitsmarkt, die Nachfrage für Konsum- und Investitionsgüter sinkt, und der Staat hat weniger Steuereinnahmen aus Mehrwertsteuer und direkten Steuern von natürlichen Personen und Unternehmen. Die “Münchhausen-Ökonomie” funktioniert nicht nur nicht, sie reitet uns gar tiefer in den Sumpf. (Foto: pixelio)

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3 thoughts on “Lohnrunden sind Nullrunden

  1. Dümmliches Fazit Deiner Überlegungen: Gar keine Löhne mehr! Absurd, Dein Geschreibsel!

  2. Schön, wenn jemand sachlich auf Argumente eingeht. Erinnert mich an den letzten Samstag in Bern…
    Löhne müssen wegen diesen Überlegungen nicht auf 0 zurück, sondern etwas mit dem produzierten Wert zu tun haben. Dieser Wert bildet sich aus den Knappheiten am Markt. Er hat auch etwas mit den Individuen zu tun, die den Wert schaffen. Darum sind sie individuell und keinesfalls generell. Wie schon andernorts geschrieben: Die Gewerkschaften bilden ein Kartell der Arbeithabenden gegen alle anderen. Mindestlöhne und Lohnrunden haben zwei Effekte: Sie belohnen erstens jene, die eine Arbeit haben, egal ob diese auch individuell eine höhere Produktivität erzielten. Und sie sorgen zweitens dafür, dass Junge oder wenig qualifizierte Menschen keine Chance haben, in den Arbeitsmarkt einzusteigen. Hat schon im Mittelalter (Stichwort Zünfte) so funktioniert. Das ganze nennt man dann Solidarität. Wie wenn die Aufklärung nie stattgefunden hätte.

  3. ja tolle idee. dann sollten wir damit anfangen. als erstes kürzen wir den lohn beispielsweise von herrn ospel der gerade jetzt bei der ubs 4 milliarden (!) in den sand gesetzt hat, auf null! das geld das wir bei ihm einsparen (2xx millionen) verteilen wir allen working poor in der schweiz. das gleiche machen wir bei allen anderen superbonzen und die sache ist gegessen. die produktivität der bonzen ist schliesslich schlecht. hesch mi?

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