Nein, es ist kein Scherz. In der Schweiz ist genauestens geregelt, was genau in einem Scherzartikel drin sein darf, und vor allem was nicht. In der Verordnung des EDI über Gegenstände für den Schleimhaut-, Haut- und Haarkontakt sowie über Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge und Scherzartikel (SR 817.023.41) steht zum Beispiel:

Art. 26 Scherzartikel

Scherzartikel oder zu ähnlichen Vergnügungszwecken bestimmte Gegenstände dürfen keine Stoffe in Mengen enthalten, welche die Gesundheit gefährden können. Verboten sind namentlich:

a. Metallteile;
b. Panamarindenpulver (Quillaja saponaria) und seine Saponine enthaltenden Derivate;
c. Pulver aus der Wurzel der grünen Nieswurz (Helleborus viridis) und der Christrose (Helleborus niger);
d. Pulver aus der Wurzel des weissen Germer (Veratrum album) und des schwarzen Germer (Veratrum nigrum);
e. Benzidin und seine Derivate;
f. o-Nitrobenzaldehyd;
g. Ammoniumsulfid, Ammoniumhydrogensulfid und Ammoniumpolysulfide;
h. flüchtige Ester der Bromessigsäure: Methylbromacetat, Ethylbromacetat, Propylbromacetat, Butylbromacetat.

Man fragt sich dann, wer das kontrolliert (die Kantone? ein eidgenössisches Kerzen-, Streichhölzer-, Feuerzeuge- und Scherzartikel-Inspektorat EKSFSI?) und warum das schriftlich festgelegt werden muss. Rechtlich ist auch ohne diese Verordnung klar, was passiert, wenn ich jemandem mit einem “Metallteil” einen “Scherz” mache.

Ähnliche Artikel:

  • No Related Posts

One thought on “Vorschriften, die die Schweiz nicht braucht (15)

  1. Verflixt, die neuen Räte werden diesen Artikel aufgreifen und umgehend ein Bundesamt für Scherzartikel ins Leben rufen, dieses mit 400 Beamtenstellen ausstatten und auf die Schweizer loslassen…

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.