Unnütze Studien – oder wie die Stadt Zürich Geld verschwendet


Totenkopf auf dem Grab eines Adligen - so ändern sich Bestattungsformen

Grundsätzlich sollen Leute in Exekutiven gesunden Menschenverstand aufweisen und an den Tag legen. Wenn das bei den Stadtvätern Zürichs so wäre, hätten sie die Ursachen der steigenden Nachfrage nach Gemeinschaftsgräbern nicht in einer Studie (Domenig, Sahebi: Wandel der Bestattungskultur in der Stadt Zürich, 2007) erforschen lassen, sondern sich einfach einmal hingesetzt und nachgedacht. Dort findet man nämlich nach 41 (!) Interviews heraus, was sich auch denkend erschlossen hätte. Auch die NZZ meint, das «Fazit bleibt etwas schwammig». Wieviel die Übung gekostet hat, schreibt wieder mal niemand. Dass die Studie ein weiteres Beispiel für den Umgang der Menschen mit dem Geld anderer Leute darstellt, steht jedoch fest. (Foto: tom-higgins @ pixelio)

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3 Kommentare

  1. Hans, der Totengräber:

    Nun denn, meine liebe Scaramucca. Wenn es für die Antizipation der Ergebnisse der Studie lediglich des gesunden Menschenverstandes nicht aber besonderer Nekroprudentia bedurft hätte, wenn also die Ergebnisse dieser Studie bereits deutlich auf der Hand lagen, noch bevor sie geschrieben war, wenn somit du – die du dich ja im Besitze eben jenes gesunden Menschenverstandes wähnst, den es benötigt hätte, die Stuie zu vorwegzunehmen -, der untersuchten Ursachen der steigenden Nachfrage nach Gemeinschaftsgräbern kundig bist: dann nenne sie!

  2. Ango:

    Denk einfach nach, Hans… Also setzen wir uns hin und memorieren, was es zum Phänomen Tod zu sagen gibt:
    - Verdrängung aus dem Leben
    - Private Angelegenheit
    - “in engsten Familienkreis”: also möglichst wenig aufhebens
    - zehn Sekunden Berühmtheit hat man ja im Leben schon gehabt.

  3. anaximander:

    “Dort findet man nämlich nach 41 (!) Interviews heraus, was sich auch denkend erschlossen hätte.” Ist es nicht so, dass sich sehr viele Studien erübrigten, wenn es noch genügend gesunden Menschenverstand gäbe? Es sei denn, man wolle mit einer Studie ein ganz bestimmtes Ergebnis erzielen und formuliere die Fragen so, dass dieses und nur dieses zustande kommen kann.

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