Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht heute einen wunderbaren Überblick über die Sozialhilfe in der Schweiz: Das Inventar der ebdarfsabhängigen Sozialleistungen (Link). Wer die Sozialhilfe in diesem Land analysieren und verbessern, wer Anreize ordnungspolitisch richtig setzen will, muss sich das genauer anschauen.

Dazu hat die Zeit nicht gereicht, aber interessant finde ich nur schon den Vergleich der je unterschiedlichen Ziele der Sozialhilfe. Da ist von Existenzsicherung, Notlagen aber auffallend oft von Vorbeugen die Rede. Ist im Falle sozialer Fragen Vorbeugen besser als Heilen? Oder ist falsch verstandene Vorbeugung genau der falsche Anreiz, die abhängigmachende Überversorgung ohne Notlage? Sollten nicht die Menschen selber Verantwortung tragen und vorbeugen? Und was bedeutet die harmlos tönende Definition des Kantons Bern:

Die öffentliche Sozialhilfe sichert die gemeinsame Wohlfahrt der Bevölkerung und ermöglicht jeder Person die Führung eines menschenwürdigen und eigenverantwortlichen Lebens (Art. 1 SHG).

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2 thoughts on “Sozialhilfe sollte nicht vorbeugen sondern Not lindern

  1. Verwundert blättert man in der Bundesverfassung und liest da so absonderliche Sätze, wie:

    Art. 6
    “Jede Person nimmt Verantwortung für sich selber wahr und trägt nach ihren Kräften zur Bewältigung der Aufgaben in Staat und Gesellschaft bei.”

    Art. 41
    (4) “Aus den Sozialzielen können keine unmittelbaren Ansprüche auf staatliche Leistungen abgeleitet werden”

    Da müssen wohl einige Beglücker was mißverstanden haben. Oder es müssen einige Beglücker heftig daran tüfteln, wie man die Verfassung durch Umkehrschlüsse aushebeln kann.

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