Feuerwerk nur noch für Lizenzierte?
Es war nur eine kleine Meldung in der NZZaS vom 9. März (S. 13), aber die kleinen Meldungen bringen oft interessante ordnungspolitische Beispiele. Was ist passiert? Der Bund passe die Sprengstoffverordnung (SR 941.411) an, so dass es Erwachsenen Personen nicht mehr erlaubt sei, grössere Feuerwerke selbstständig in den Himmel zu schicken. Nötig sei dann eine Lizenz. Der Grund sei eine neue Richtlinie der EU. Die Lizenz könne man dann beim Verband der Feuerwerkhersteller mittels Kurs erwerben. Der Verband sei für diese Verschärfung, weil er so ausländische Feuerwerker von Tätigkeiten in der Schweiz Fernhalten könne.

Erstens: Wieso muss die Schweiz in diesem Bereich eine neue EU-Richtlinie vollziehen? Welcher Vertrag mit der EU sorgt für diesen “pseudo-autonomen” Nachvollzug? Schon jetzt sind die Bestimmungen ziemlich unterschiedlich. Das weiss, wer einmal mit grossen – in Österreich gar nicht frei erhältlichen – Böllerschüssen an einem österreichischen Hochzeitsfest für Stimmung sorgte – also zum Beispiel meine Wenigkeit.

Zweitens: Das Beispiel zeigt exemplarisch, wie Wirtschaftsverbände mittels Lizenzierungen freien Wettbewerb unterdrücken. Der EU (und vielleicht auch den sich hinter der EU versteckenden Behörden hierzulande) geht es um die Bevormundung ihrer Bürger. Dem Verband der Feuerwerker geht es um eine Abschottung des Marktes in der Schweiz mit Hilfe der Politik – zumindest so lange, wie eine EU-Feuerwerker-Lizenz in der Schweiz nicht gültig ist (was selbstredend so sein dürfte). Die Zeche bezahlen Organisatoren von grossen Feuerwerken und deren Zuschauer.

Auf der Strecke bleibt der einfache Freizeit-Pyromane – also zum Beispiel meine Wenigkeit.

(Foto Diamantenjoe @ pixelio)

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