Tucholsky wird zum Rohrkrepierer des Komitees gegen die Initaitive für eine freie Schulwahl

Das gibt eine explosive Mischung!
Wenn Eltern die Schule ihrer Kinder frei wählen können, werden sie in die Verantwortung gezogen und es entsteht ein Wettebwerb zwischen allen Schulen, die an allen Schulen Verbesserungen bringen wird. Im Kanton Baselland wird man noch in diesem Jahr über eine Volksinitiative abstimmen können, die dieses Anliegen vertritt. Wir haben schon begründet (Link, Link), wieso das ordnungspolitisch Sinn macht.

Das Gegenkomitee wirbt mit dem Zitat “Gut gemeint ist das Gegenteil von gut” (gem. Komitee von Kurt Tucholsky, ich bin mir da nicht so sicher, ob das nicht von Brecht stammt). Man fragt sich, was man damit denn eigentlich sagen möchte – ausser dass einem eigentlich die Argumente fehlen. Nun: Wenn es von Tucholsky ist, wandelt sich der Spruch zum Rohrkrepierer, denn

- ausgerechnet Tucholsky verliess die Staatsschule – er konnte es sich offensichtlich leisten – um in einem privaten Institut weiter zu studieren. Er genoss also die Bildungsfreiheit, welche die Initiative nicht nur für Reiche, sondern für alle will.

- von Tucholsky stammt auch der Satz: “Man hebt einen Stand am besten dadurch, dass man sich eine gute Konkurrenz schafft.” Dem ist nichts hinzuzufügen.

Die Gegner fahren eine klassische Angstmacherkampagne. Sie behaupten vordringlich,

- es gehe um die Subventionierung von Privatschulen und nennen die Initiative plump nur noch “Privatschul-Initiative”. Ich freue mich auf den nächsten Aufschrei, wenn die SVP wieder einmal etwas versimplifiziert…

- dass durch die Wahlfreiheit kleine Schulen in den Dörfern gefährdet würden. Das stimmt nur dann, wenn die Eltern mit der Schule (und den Lehrern) nicht zufrieden sind. In der Rege,l sind es aber gerade die kleinen schulen die hervorragend funktionieren und vermutlich sogar Zulauf bekämen.

- dass die Durchmischung an den Schulen abnehmen und die Ungleichheit der Chancen zunehmen würde. Dass die Chancengleichheit mit unserem heutigen System gemäss einer Untersuchung der diesbezüglich unverdächtigen OECD nicht gewährleistet ist und gerade die Bildungsfreiheit die Durchnmischung von Schulen durch Kinder aus verschiedensten Wohnorten und damit verschiedensten Millieus ermöglicht, bleibt natürlich ungesagt. Es würde nicht gut passen.

Klar, dass da auch wieder Vertreter der Nationaiberalen, der Wir-liberalen und der Liberal-sozialen mitmachen.

(Foto: Thomas Max Müller @ pixelio)

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