Der TA ist ja nicht gerade unser Leibblatt. Heute jedoch nimmt er sich einmal wunderbar und mit einem konkreten Beispiel die Ärzte zur Brust (Link). Nach dem Scheitern des Gesundheitsartikels wird die FMH übermütig und will zusammen mit den Kantonen den Bedarf an Ärzten zu planen. Ein ganz tolles Päckli der privilegierten Monopolisten. Dazu werden offenbar auch Umfragen bei jenen Ärzten eingesetzt, die schon eine Praxis haben. Der vom TA zitierte Kritiker meint:

«Nicht die Patienten werden befragt, ob es einen Bedarf gibt, sondern die Anbieter. So war es in mittelalterlichen Zünften.»

Der Aargauer Kantonsarzt Martin Roth verteidigt das System:

«Es gibt weltweit keine objektive Methode, um den Bedarf an Ärzten abzuklären.» Die Aargauer Methode möge «diskutabel» sein und «in der Theorie einen schalen Beigeschmack» haben. Dennoch sagt Roth: «Das Modell ist transparent und nachvollziehbar. Es gibt kein besseres.»

Das ist richtig. Weder in der DDR, noch in Nordkorea, weder in Kuba noch in Rumänien hat staatliche Bedarfsplanung funktioniert. Schon gar nicht für medizinische Leistungen. Leider fragt der TA nicht, ob es denn diese Bedarfsplanung überhaupt brauche.

Alternative: Das 3-Märkte-Modell
Das Einzige, was erfahrungsgemäss funktioniert ist der Markt, weil er unmittelbar und rasch das Angebot so steuert, wie es die Nachfrage will. Auf dem Markt herrscht Altruismus: Ein Anbieter muss einem Nachfrager einen Mehrwert bietet, seinen Bedarf decken, um zum Zuge zu kommen. Der Nachfrager entscheidet, mit wem er einen Vertrag abschliesst. Dann – erst dann – sind die Patientinnen und Patienten wieder entscheidend. Und damit die medizinischen Kosten nicht aus dem Ruder laufen braucht es auch zwischen den Ärzten und den Kassen einen Markt, sprich: die Vertragsfreiheit. Und damit die Kassen nicht zu allmächtig und deren administrative Kosten nicht steigen braucht es zwischen den Patienten und den Kassen einen Markt und Vertragsfreiheit. Es entstehen drei Märkte: Ärztemarkt, Kassenmarkt und Gesundheitsmarkt. Sie steuern sich gegenseitig und vor allem richten Sie das Angebot nach der Nachfrage aus. Die drei freien Märkte bedingen sich gegenseitig. Es gibt keinen Grund irgend einen dieser drei Märkte in mittelalterlicher Manier zu privilegieren, weil dann das Ganze sofort aus dem Gleichgewicht fällt.

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2 thoughts on “Ärzte-Zünfte und Kantone unter einer Decke

  1. Das Problem ist, dass keiner der drei Märkte wirklich frei ist. Nehmen wir z.B. den Ärtztemarkt. Wer will denn da von einem freien Markt reden, wenn es auf diesem Markt eine Zugangsbeschränkung gibt (nur für Absolventen eines entsprechenden Studiums)? Oder den Kassenmarkt. Wenn jeder Kasse vorgeschrieben ist, was sie anbieten muss und sie sich nur noch durch unterschiedliche Kostenstrukturen von anderen abgrenzen kann, darf man wohl kaum von einem freien Markt sprechen.

  2. Pingback: Gesundheitswesen: Fehlanreize am vollen Buffet « Ordnungspolitischer Blog

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