Wo geht’s denn hier zum Hörtest
… kommt ein Monopol heraus.

Die Hörgeräte verursachen bei den Sozialversicherungen hohe Kosten. Der Grund liegt gemäss einem Bericht der Eidgenössischen Finanzkontrolle in einer stark gestiegenen Nachfrage. Zwischen 1995 und 2005 hat die Nachfrage um 75 Prozent zugenommen. Die Fallkosten blieben mit vier Prozent Zunahme beinahe stabil.

Das Parlament forderte 2005 mit zwei Motionen mehr Wettbewerb. Was macht nun das Bundesamt für Sozialversicherungen? Es will – ohne jede Rechtsgrundlage – selber die Geräte einkaufen und mit einem staatlichen Logistikzentrum weiterverkaufen. Das BSV will das nicht nur mit jenen Geräten machen, die es voll finanziert, sondern mit allen Geräten, auch jenen, die es nur teilweise bezahlt. Dank der Marktmacht des BSV gäbe das bessere Geräte zu einem billigeren Preis.

Was auf den ersten Blick vielleicht logisch tönt, ist ein ordnungspolitischer Rohrkrepierer. Die Hersteller von Hörgeräten und die Akustiker werden in dieser Situation rational handeln und ihre Arbeit auf die Bedürfnisse des Amtsschimmels (und Hörgerätehändlers) ausrichten. Auf der Strecke bleiben die Menschen mit Hörbehinderungen und ihre Bedürfnisse. Wie in anderen Ländern mit Staatsversorgung auch, kommt es zu langen Wartelisten und schlechtem Service. Die auf zwangsfreien Verträgen zwischen Anbietern und Nachfragern bauende Marktwirtschaft ist darum so gut, weil nur dann ein Vertrag zustande kommt, wenn der Eine die Wünsche des Anderen erfüllt. Die Bevormundung mag logisch klingen, sie widerspricht der ökonomischen Erfahrung. Oder anders gesagt: Wenn das BSV mit seiner Argumentation recht hätte, müsste der Staat eigentlich alle Güter für uns einkaufen: Bikinis, Badelatschen, Autos und WC-Bürsten inklusive. Ich freue mich auf den Liegestuhl “Calmy-Rey” oder die Turnhosen “Sämi”. Klar ist: Das Hörgerät “Pascal” ist vor allem taub für liberale Grundsätze. (Bild: Êgon @ pixelio)

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