Der Papierberg wird immer grösser - zu gross für 300′000 Familienunternehmen

Für viele Liberale ist Alt-Bundesrat Blocher immer noch eine Art Messias und die Abwahl im letzen Dezember dessen Kreuzigung. Wer genauer hinschaut, sieht jedoch einen Magistraten der in zahlreichen Bereichen ordnungspolitischen Fehlentwicklungen und staatlichen Interventionen Vorschub geleistet hat. Nein, ich spreche nicht von der schützenden Hand über den absurden Landwistrchaftssubventionen und dem bäuerlichen Heimatschutz auf Kosten von 97 Prozent der Menschen in diesem Land. Nein ich meine nicht die Verhinderung von Freihandel.

Ich meine eine ursprünglich und vollständig in Blochers Departement ausgearbeitete Vorlage: Die Revision des Aktienrechts (Link). Dank einem Beitrag eines Familienunternehmers in der NZZ (Link) ist die absurde staatliche Gleichmacherei im vorgeschlagenen neuen Aktienrecht publik geworden. Zwischen rund 1’000 börsenkotierten oder internationalen Unternehmen mit breit gestreutem Kapital und 300’000 Familienunternehmen, die mit eigenem Geld wirtschaften und gerade dank vorsichtiger Rechnungslegung auch in schwierigen Zeiten Arbeitsplätze erhalten macht der Bundesrat keinen Unterschied. Hinzu kommt, dass staatliche Rechnungslegungsnormen sowieso fragwürdig sind, wenn sie über einen Minimalstandard hinausgehen. Der Staat mischt sich auch hier in einen Bereich ein, in dem es ihn nicht braucht. Warum? Zitat aus dem Artikel:

Will der Familienunternehmer gute Kreditkonditionen, benötigt er ein gutes Rating, wofür einwandfreie Buchführung und Transparenz schaffende Berichterstattung unerlässlich sind. Der Markt funktioniert effizienter und rascher als staatliche Regelungen.

So funktioniert Marktwirtschaft. Dass sich die Treuhandbranche mittels eigener Stiftung und auf dem Umweg über neue Gesetze zusätzliche Aufgaben zuteilt, mag rational sein. Ordnungspolitisch ist es ein grober Fehler. Ein ordnungspolitischer Messias hätte das von Anfang an unterbunden. Vielleicht macht das ja nun jemand im Parlament… (Foto: RainerSturm @ pixelio)

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One thought on “Aktienrecht: Wenn der Staat Unternehmen abwürgt

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