Banknote der Badischen Bank
Vor mehr als einem Jahr erschien auf Freilich ein hervorragender Artikel (Link), den es angesichts der jüngsten Entwicklungen im Finanzsektor wieder neu zu besprechen (und zu verlinken) gilt. Mit zahlreichen guten Links steuert Christian Hoffmann auf seine These zu,

dass die staatlichen Zentralbänker nicht die Lösung des internationalen Finanzproblems sind, sondern seine Verursacher.

Die sich dann entwickelnde Diskussion war sehr interessant. Es ist zwar vermutlich müssig, nun wirklich die Privatisierung der Notenbanken anzustreben. Es ist ebenso fragwürdig, einfach auf den Kollaps des Systems zu hoffen, wie das Robert Nefs Freunde scheinbar tun. Wichtig und entscheidend ist es aber, auf die fragwürdigen Praktiken der Notenbanken hinzuweisen und ihre Mitverantwortung an Krisen festzuhalten. Fakt ist – wie Christian schreibt:

Geld ist eine Ware, wie jede andere auch.

Warum also nicht? Die Privatisierung der Notenbanken scheint attraktiv, weil die Versuchung bei privaten in direkter Konkurrenz stehenden Notenbanken mittels Geldproduktion Probleme aus der Welt zu “schwemmen” deutlich geringer sein dürften. Die Privatisierung schüfe neue Exit-Options für uns Notenbank-Kunden. Inflationäre Tendenzen bei einer privaten Notenbank würden rascher durchgreifen, Vertrauen wäre unwiederbringlich verloren und betroffen wären nicht nur jene, die solche Banknoten hätten, sondern rasch auch die privaten Notenbanker selber.

Wir brauchen diese Überlegungen. Heute mehr als vor einem Jahr. Thomas Polleit (Link) zitiert Mises:

There is no means of avoiding the final collapse of a boom brought about by credit expansion. The alternative is only whether the crisis should come sooner as the result of a voluntary abandonment of further credit expansion, or later as a final and total catastrophe of the currency system involved.

(Bilder: Privatbanknoten, die kein gesetzliches Zahlungsmittel waren, Quelle)

Banknote der Sächsischen Bank

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3 thoughts on “Folge der Finanzkrise: Notenbanken privatisieren

  1. Die Idee hat etwas an sich, zweifellos. Es gibt aber bereits ein Zahlungsmittel, welches unabhängig der Geld- und Kreditpolitik existiert: das Gold. Dieses konnte sich als Zahlungsmittel allerdings nicht halten, obschon uns nicht davon hindern würde, es heute als (inoffizielles) Zahlungsmittel einzusetzen. Dem von Geschäftsbanken emittiertem Geld wäre dieses wohl auch vorzuziehen: Ein wichtiger Grund für die Schaffung des Zentralbankgeldes war die mangelnde Stabilität des (privaten) Bankensystems… auch die Geschäftsbanken haben manchmal ein Interesse an ungebändigtem Kreditwachstum. Allerdings hat Gold als Zahlungsmittel (nicht zu verwechseln mit einem [teilgedeckten] Goldstandard) auch seine Nachteile, inbesondere weil dessen verfügabere Menge nicht mit der Wirtschaft wachsen kann.

    Das Zentralbankgeld hat ausserdem enorme Vorteile, die z.B. im Euroraum sichtbar sind. Allen Unkenrufen zum Trotz ist der EUR ein grosser Erfolg. Dank des einheitlichen Währungsraumes sind die Kosten für innereuropäischen Waren- und Dienstleistungsverkehr enorm gesunken. Insbesondere das Währungsrisiko exisitert nicht mehr. Die Zentralisierung des Geldes hat also nicht zu vernachlässigende Skaleneffekte.

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