Da gibt es ein kleines Dorf im Kanton Bern mit 233 Einwohnern, das zur Verkehrsberuhigung im ganzen Dorf Tempo vierzig einführen will – per Volksentscheid an der Gemeindeversammlung (nota bene!), wie das in kleinen politischen Räumen halt noch möglich ist.
Nun gibt es aber ein Problem: Da die Aufschrift “generell” nur bei 50er Tafeln vorgesehen ist, muss das kleine Dorf mit (gefühlten) vier Strassen zwanzig (!) 40er Tafeln aufstellen. Kostenpunkt – inklusive einem natürlich unabdingbaren Verkehrsgutachten: Fr. 16’300.- für den Kanton und Fr. 18’500.- für die Gemeinde (Quelle: PDF).

Wäre es nicht viel besser – einfach einmal laut gedacht – die Finanzen von Kanton und Gemeinde zu schonen und:

  • mit befreundeten Politikern bei Kanton und Bund auf eine Änderung der Signalisationsverordnung hinzuwirken
  • Bundesrat Moritz Leuenberger um eine Stellungnahme zum offensichtlichen Verordnungsblödsinn und einem Besuch im kleinen Dorf einzuladen?
  • und bis dahin nur die vier Zugangsstrassen mit 40 zu markieren und darunter/daneben die Schule für sehr viel weniger Geld ein dickes, grosses GENERELL-Schild gestalten und aufstellen zu lassen?

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2 thoughts on “Vorschriften, die die Schweiz nicht braucht (18)

  1. Noch einfacher: Einfach “Generell 40”-Schilder machen, aufstellen und abwarten. Wahrscheinlich merkt’s eh niemand. Wer weiss schon, dass es “Generell 40” eigentlich nicht gibt (ausser ein paar unterbeschäftigten Juristen beim Bund)?

  2. Noch besser wärs, wenn man es Gemeinden verbieten würde Tempolimiten unter 50 km/h einzuführen. Das Berner nicht die Schnellsten sind ist ja bekannt, doch man kann es auch übertreiben. Kann man ja gleich alle Dorfstrassen zur Fussgängerzone erklären.

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