HermitdemschönenLeben

An verschiedenen Orten besetzen ein paar Studierende irgendwelche Vorlesungssäle und fühlen sich grad wie die 68er und die 80er zusammen. Derweil weiss fast niemand, was die eigentlich wollen (Link). Die Blogosphäre fragt sich das auch oder rennt im Hurra hintendrein – die Resonanz ist aber sehr gering. Bei mir hängen geblieben ist der Wahlspruch, man sei gegen die Ökonomisierung der Uni (diese Phrase nehmen sogar Journis auf: Link). Da sei der böse Neoliberalismus auf dem Vormarsch (ausgerechnet an den Unis…). Es ginge nicht an, dass Studiengebühren eingeführt werden (Thema in D und A) oder bestehende erhöht würden. Bildung müsse kostenlos sein.

Kostenlos für wen?
“There ain’t no such thing as a free lunch”, sagte einer dieser bösen liberalen Ökonomen. Damit meinte er, dass Bildung und schon gar nicht eine Uni je kostenlos waren, sind oder sein werden. Sie werden überwiegend aus Steuergeldern finanziert – die von den Leistungen profitierenden Studentinnen und Studenten tragen einen verschwindend kleinen Teil dazu bei. Das Aequivalenzprinzip ist ausgeschaltet. Die Ökonomisierung hat also längst stattgefunden – nur bisher zu Lasten jener Einwohnerinnen und Einwohner, die nach einer Lehre schon früh Steuern bezahlen und nicht Studieren – dafür aber die Kosten der Unis tragen. Nötig wären andere Ansätze. Fazit: Hier wehren sich Profiteure und Profiteurinnen (oder korrekt-doof “Profitierende”) gegen den Profit. Die jugendlichen Abzocker wehren sich für ihre Privilegien. Legitim aber kein Programm für eine Revolution. (Bild: Schemmi @ pixelio)

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4 thoughts on “Besetzte Unis: Profiteure gegen den Profit

  1. Die Gesellschaft als ganzes profitiert aber davon, wenn es mehr Akademiker gibt. Ein Studium sollte also möglischst billig sein, damit ein hoher Anreiz zum studieren besteht. Diejenigen, die studieren verdienen später auch in der Regel überdurchschnittlich viel, zahlen also auch mehr Steuern als Nicht-Studierte. Somit finanzieren sie dann auch einen großen Teil der Staatsausgaben, weshalb es nicht problematisch ist, dass sie zunächst wenig für ihr Studium bezahlen – sie tun dies in der Zukunft doppelt.

  2. Pingback: Tweets that mention Besetzte Unis: Profiteure gegen den Profit auf Ordnungspolitischer Blog -- Topsy.com

  3. Die Gesellschaft profitiert nicht per se von einer hohen Akademikerquote. Das ist Mumpitz eines deutschen Professors, der die schweizerische Berufsbildungslandschaft nicht kennt und das kürzlich hierzulande behauptet hat. Das mit dem höher Steuern zahlen stimmt eben nur für einen Teil der Studierenden, wenn man so argumentiert, müssten die Studiengebühren für Ethnologie sehr viel höher sein als jene für Juristerei, weil Juristen später durchschnittlich mehr in Form von Steuern zurückzahlen.

  4. Mehr Akademiker bringen nicht automatisch mehr Wertschöpfung.
    Wir haben schon heute zu viel Akademikerproletariat, während und Naturwissenschafter fehlen!
    Das gilt übrigens auch für Deutschland!

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