Fakt ist: Wir subventionieren die Landwirtschaft mit Milliarden von Direktzahlungen. Soeben wurde wieder ein Betrag von 3.5 Milliarden Franken pro Jahr gesprochen. Jeder von uns bezahlt Jahr für Jahr 850 Franken in den ersten Wirtschaftssektor, in dem gerade mal 3.7% der Erwerbstätigen arbeiten. In der Landwirtschaft gibt es 170’000 Beschäftigte, die Mehrheit (55%) von ihnen im Nebenverdienst. Jeder dieser Beschäftigten – egal ob er oder sie noch einer Erwerbsarbeit nachgeht – erhält mehr als 20’000 Franken pro Jahr (Quelle BfS 2008). Direkt als staatlicher Landschaftspfleger.

Direktzahlungen oder Subventionen – nicht beides!
Diese Direktzahlungen sind ein historisch gewachsener Ersatz für die Milliarden an Produktsubventionen, die in den neunziger Jahren abgebaut worden sind. Diese Subventionen hatten den Preismechanismus ausser Kraft gesetzt, zu falschen Anreizen und zu wahnsinnigen Überproduktionen geführt. Wohl gemerkt: Ganz verschwunden sind die Produktsubventionen in zahlreichen Bereichen nicht. Den Berufsbauern genügen diese Milliarden Direktzahlungen aber nicht: Sie wollen nun wieder neue Produktionsgelder (einen sog. fairen Milchpreis), selbstredend ohne auf Direktzahlungen zu verzichten.

Dreifache Unterstützung mit Milliarden ist das Ziel
In der Praxis finanzieren wir 96% Nicht-Bauern den mehrheitlichen Nebenverdienst (man könnte auch Hobby sagen) von 170’000 Schweizern. Diese wollen zusätzlich zu diesen direkten Zahlungen staatlich gestützte und durch uns darüber hinaus berappte Produktionspreise und gleichzeitig auch noch geschlossene Grenzen und damit die Bevormundung der 96% hinsichtlich ihrer täglichen Einkäufe. Hier liegt eine verschwindet kleine Minderheit auf dem Geldsack der Allgemeinheit und will noch mehr Geld.

Freihandel ist Chance
Damit wankt der historische Kompromiss “Direktzahlungen gegen Subventionsabbau”. Die SVP im Widerspruch zu ihren finanzpolitischen und anderen Grundsätzen ist bereits umgekippt, die CVP ebenfalls. Sogar die Versorgungssicherheit muss als Argument herhalten – wie wenn die von 170’000 mehrheitlichen Teilzeit-Bauern gewährleistet werden könnte. Es ist dem Bundesrat und darin vor allem Doris Leuthard zu wünschen, dass sie den gewählten Weg durchziehen. Die Bauern sollen Leistungen bezahlt erhalten, die sie für die Gemeinschaft erbringen. Darüber hinaus haben sie sich wie alle anderen Unternehmer dem Markt und damit dem im Markt frei entstehenden Preis zu stellen. Denn dieser Preis bildet die Knappheit eines Gutes in Echtzeit ab und setzt damit den richtigen Anreiz für die Anbieter. Das gilt auch und gerade, für Bauern, die nur im Nebenverdienst in der Landwirtschaft arbeiten. Es gibt kein Recht, am Tropf der zahlenden Allgemeinheit zu hängen.

Absurd wird es dann, wenn sich Bauern gegen Bauern wenden, weil diese sich freiwillig dem freien Markt stellen – und damit beweisen, dass es geht. Bauern, welche eine eigene Meinung haben, sich mit unternehmerischer Kraft (und kaum im Nebenverdienst) täglich bewähren, haben mit Demonstrationen der Direktzahlungs- und Subventionsempfänger zu rechnen:

10vor10 vom 26.11.2009

Ähnliche Artikel:

7 thoughts on “Landwirtschaft: Direktzahlungen, Subventionen und Abschottung sind zu viel!

  1. Pingback: Bauern für den Freihandel | ars libertatis

  2. (Die Bauern sollen Leistungen bezahlt erhalten, die sie für die Gemeinschaft erbringen. Es gibt kein Recht, am Tropf der zahlenden Allgemeinheit zu hängen.)
    Diese zwei Sätze lassen sich kritisieren. Denn die Bauern haben eine große harte Arbeit, die nicht jeder machen möchte. Sie arbeiten unter Umständen auch dann wenn die anderen gerade die Feiertage genießen. Oft bringt deren Arbeit ohne Anerkennung, was anhand von diesem Artikel zu sehen ist. Subventionen für die Landwirte sind unabdingbar, vor allem deshalb – ausgenommen den niedrigen Milchpreisen-, damit sich ihre harte Arbeit lohnt.

  3. Wenn es die tiefen Michpreise nicht gäbe, dann brauchte es auch garkeine Subventionen oder sonst was.. das problem ist einfach das die Preise bei der Milch und beim Fleisch dramatisch gesunken sind. !! Heute kostet ein litter Milch etwa 55rappen . und eine Flasche bier 1 Franken , Jezt was würdet ihr lieber trinken ?

  4. Pingback: Warum wir Amerikaner werden sollten « Ordnungspolitischer Blog

  5. Ein Liter Milch wird den Konsumenten bald weniger kosten, als 1 kg Kehricht. Vielleicht werden die ärmsten dieses Landes bald wieder auf den Kehrichthalden ihre Nahrungsmittel suchen!

  6. Pingback: Landwirtschaft: Vom richtigen Geld am falschen Ort « Ordnungspolitischer Blog

Leave a Reply