Die Märkte bilden in den Währungskursen ab, was in den Euro-Ländern und den USA an staatlichem Versagen passiert. Solange Merkel, Sarkozy, Berlusconi Obama und Co. nur symbolische Eiertänze vollführen und immer grössere Rettungspakete auf Kosten künftiger Generationen (aka “Nachfragestimulation”) schnüren, dürfte der Wert des Frankens weiter zunehmen. Wichtig wäre für uns Schweizer vor allem, dass die Stärke unserer Lohnfranken auch uns zugute käme, indem wir importierte Güter tatsächlich günstiger kaufen könnten.

Einst waren Gewerkschaften für Zollabbau
Währungsgewinne sind stossend – Abschottungsgewinne zum Beispiel in der Landwirtschaft oder bei Medikamenten sind aber genau dasselbe, einfach auf anderem, staatlichem Weg per Regulierung erreicht. Macht sie das tatsächlich besser? Letztlich finanziert bei beidem die Allgemeinheit die Sonderinteressen von wenigen. Dass der gewerkschaftliche Konsumentenschutz nur ersteres anprangert, zeigt dessen ideologische Schlagseite. Dabei gab es einmal die gewerkschaftliche Forderung nach Zollabbau und Freihandel – um tiefere Preise für alle zu garantieren (siehe Bild vom 1.Mai-Umzug in Zürich 1956, Quelle leider unauffindbar, wer sie kennt: Bitte Nachricht hinterlassen).

Beispiel Medikamentenpreise
Am 26. Juli 2011 meldete (Link zur NZZ) das Bundesamt für Gesundheit (BAG), es werde die Medikamentenpreise von rund 555 (von über 8000) Medikamenten auf den 01. November 2011 senken – statt mit einem Eurokurs von 1.50 werde dann mit einem Eurokurs von 1.30 gerechnet. Dumm nur, dass der Euro schon jetzt für einen Franken erhältlich ist. Freier Handel gleichbedeutend mit Parallelimporten hätte ohne bürokratischen Aufwand und schneller bereits geschafft, was das BAG erst auf November ankündigt.

Ähnliche Artikel:

4 thoughts on “Starker Franken: Freihandel ist die Lösung

  1. Ich bezweifle, dass tiefere Preise von Importgütern allein ausreichen, um die Nachteile der raschen Wertsteigerung für die Exportunternehmen auszugleichen. Es müssten ja auch die in Schweizer Franken anfallenden Kosten wie zum Beispiel die Miete oder Schuldzinsen gesenkt werden. Die Lösung liegt meiner Meinung im Beitritt zur Eurozone. Die höheren Zinsen hätten auch den Vorteil, dass Schuldenmachen in der Schweiz an Attraktivität verliert.

  2. Schon der erste Satz beschwört den Mythos,der leider einfach nicht stimmt. “Die Märkte”, so unpraktisch das sein mag, sind kein mythisches Wesen und auch nichts Natürliches. Märkte sind das, was wir aus ihnen machen. Es ist ein berechtigtes Anliegen Zollabbau zu fordern, aber dann muss man einfach damit leben, dass das auch Konsequenzen negativer Natur hat: Bye bye Landwirtschaft in der Schweiz als Beispiel. Ist es das was wir wollen? Und eines noch: Die Entwicklungsländer brauchen Zollschranken um eine tragfähige Binnenwirtschaft aufzubauen. So haben es die entwickelten Länder schliesslich auch gemacht…

  3. Pingback: Fleischeinfuhr: Mehr Markt, mehr Freiheit « Ordnungspolitischer Blog

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.