Geld in Frauenhand
“Gleicher Lohn für gleiche Arbeit” heisst der einfache Slogan, und er leuchtet (fast) allen ein. Und seit Jahren werden Statistiken veröffentlicht, die davon sprechen, dass diese Forderung noch immer nicht erfüllt sei. Dass jetzt eine rot-grün-christdemokratische Mehrheit der nationalrätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben eine Lohngleichheitskommission schaffen will, ist aber ein neuer noch nie dagewesener Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit. Bis anhin steht jeder Person eine Klage auf Lohndiskriminierung offen. Viele derartige Fälle gibt es nicht, was gemeinhin – ohne es genau zu wissen – mit der Angst vor dem Verlust der Stelle erklärt wird. Nun soll eine staatliche Kommission direkt Einblick in die Lohnbuchhaltung erhalten und sogar Sanktionen aussprechen können. Diese Kommission soll ähnlich wie die Arbeitsmarktinspektionen Kontrollen durchführen. Einzig sicher ist, dass damit der administrative Aufwand für die KMU massiv erhöht wird.

Ob es tatsächlich eine diskriminierende Lohnungleichheit gibt, darf bezweifelt werden. Die letzte und umfangreiche Lohngleichheitsstudie (PDF) des Bundesamtes für Statistik und dem ideologisch nicht unabhängigen Büro BASS) geht nicht auf alle möglichen nicht diskriminierenden Erklärungsfaktoren von Lohnunterschieden ein (nur ein Beispiel: persönliche Weiterbildung fehlt!). Basis der Studie bilden die Daten zur Lohnstruktur – was dort nicht erfasst wurde, wird nicht zur Erklärung der Lohnunterschiede herangezogen. Die systematische Lohndiskriminierung bleibt für den kritischen Betrachter fraglich.

In einem aufschlussreichen Artikel in der Karrierebibel legt ein Experte dar, weshalb derartige Statistiken nicht funktionieren. Es ist von Aussen gar nicht möglich, alle Erklärungsfaktoren für Lohnunterschiede miteinzubeziehen. Eine Statistik arbeitet mit Datenmengen unterschiedlichster Fälle und bleibt auch mit zahlreichen Faktoren darum eine “Obstsalat-Studie”, welche Durchschnitte liefert, aber keine Erklärungen – und schon gar keine Beweise für Diskriminierungen. Klar gibt es Lohnunterschiede für gleiche Arbeit, die gibt es aber auch zwischen Männern – und zwischen Frauen. (Bild: Jörg Willecke / pixelio.de)

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