Ein Mix aus verschiedenen Medikamenten
Achtung: Jetzt tauchen wir ganz tief in ein Detail des Gesundheitswesens ein. Aber die folgende Geschichte zeigt exemplarisch das Versagen unseres staatlichen Gesundheitswesens.

Zur Linderung von Beschwerden von Wechseljahren gibt es zahlreiche Mittel, darunter ein pflanzliches namens Cimifemin. Von diesem beliebten Medikament auf der Basis der Wurzel der Traubensilberkerze gibt es zwei Varianten: “Cimifemin uno” und “Cimifemin forte”. Letzteres ist doppelt so stark dosiert, beide sind auf der Spezialitätenliste des BAG. Die Wirkstoffkonzentration schlägt sich auch im (staatlich festgesetzten) Preis nieder:

  • Cimifemin uno: 90 Tabletten kosten Fr. 70.65
  • Cimifemin forte: 90 Tabletten kosten Fr. 110.10

Das BAG belegte nun aus unerfindlichen Gründen “forte” mit einer “Limitierung”: Es muss nur noch ein einziges Mal pro Frau für drei Monate von der Krankenkasse bezahlt werden. Und was machen die Frauenärzte und ihre Patientinnen? Sie nehmen einfach zwei “Cimifemin uno” statt ein “forte” und erreichen medizinisch dasselbe. Ein Unterschied entsteht dafür bei den Kosten der Therapie. Sie kostet nun statt Fr. 110.10 für eine Packung “forte” mit der doppelten Menge “uno” einfach Fr. 141.30 (+28%). Aber dafür übernimmt das dann die Krankenkasse – auch nach den ersten drei Monaten. Die billigere Therapie mit “forte” müsste die Patientin nach der ersten Packung selber bezahlen. Maliziöse Frage: Ist das die Interpretation der WZW-Prinzipien (wirksam, zweckmässig, wirtschaftlich, gem. Art. 32 KVG) durch das BAG?
(Foto: Gisela Peter / pixelio.de)

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One thought on “Medikamente: Sparen nach Art des BAG

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