Junger Mann mit Bier auf einer Bank
Die Europäische Union will Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen, indem sie sie einfach verbietet. Die Mitgliedsstaaten sollen verpflichtet werden, allen unter 25 Jahren einen Job anzubieten. Wie die ohnehin überschuldeten Länder das machen sollen, darüber machen sich die Bürokraten natürlich keine Gedanken. Was der EU billig ist, ist unseren Jungsozialisten nur recht: Auch sie fordern etwas gegen Jugendarbeitslosigkeit – auch wenn es diese hierzulande dank den soliden Rahmenbedingungen für Unternehmer und Unternehmen fast nicht gibt. Die Quote beträgt 3,5 Prozent – paradiesische Zustände gegenüber EU-Ländern, in denen teilweise jeder vierte Jugendliche unter 25 Jahren auf der Strasse steht.

Den Jungsozialisten genügt es nicht, mit Volksinitiativen gegen die Lohnfreiheit der Unternehmen und für einen Mindestlohn genau jene Rahmenbedingungen zu torpedieren, die den Einstieg junger Leute in die Berufswelt überhaupt erst möglich machen. Nun sollen die Firmen dazu verpflichtet werden, ihre Lehrabgänger mindestens ein Jahr nach Lehrabschluss weiterzubeschäftigen. Damit ist das Problem durchreguliert und die Jugend­arbeitslosigkeit vom Tisch. Auszulöffeln haben die Suppe die anderen. Das sind nicht nur die von der Verpflichtung direkt betroffenen Unternehmen. Sie werden sich sehr gut überlegen, wie viele Lehrstellen sie künftig zur Verfügung stellen, wenn sie zur Weiterbeschäftigung verpflichtet werden. Die Forderung trifft vor allem jene jungen Leute, die dann keine Lehrstelle mehr finden. Womit wir uns – vermutlich durchaus im Sinne der Jusos – auch hinsichtlich der Jugendarbeitslosigkeit der EU annähern würden. Wer die duale Berufsbildung torpediert und Mindestlöhne fordert, macht keine Politik «für alle», sondern «für wenige» oder «gegen alle». (erschienen in der Basler Zeitung vom 06.12.12, Foto: Uwe Steinbrich / pixelio.de)

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