Operation in einem Spital
Die Spitalfinanzierung ist ein entscheidender Kostenblock im Gesundheits­wesen. Die stationären Leistungen machen fast die Hälfte der total 62 Milliarden Franken aus. Dementsprechend wichtig ist die Festsetzung der in diesem Bereich geltenden Preise. Das Parlament hat vor fünf Jahren einen Richtungswechsel beschlossen. Weg von der Bezahlung von irgendwie berechneten Kosten, hin zu einem unternehmerischen Ansatz. Spitäler haben sich an für einen ganzen Kanton verhandelte Preise zu halten und ihre Kosten ohne Abstriche bei der Qualität diesen anzupassen. Diese Preise richten sich nach den qualitativ guten und gleichzeitig günstigen Leistungserbringern. Aus diesem Wettbewerb um Qualität und Effizienz sollte auch eine Marktbereinigung entstehen, welche überzählige Spitalbetten reduziert. Jetzt droht die Umsetzung dieses einzigen erfolgreichen Reformschrittes im Gesundheitswesen der letzten zehn Jahre an den Details zu scheitern. Und zwar an veralteten Verordnungsbestimmungen, an denen der Bundesrat unbedingt festhalten will, und an einem Preisüberwacher, der bei seinen Empfehlungen notgedrungen oder bewusst die alte Kostensicht pflegt. Richtig ist, dass das Krankenversicherungsgesetz durch die Teilrevisionen der letzten Jahre zu einem gesetzlichen Flickenteppich geworden ist, der nicht mehr die eindeutige Rechtslage schafft, die für die Akteure wichtig wäre. Das Parlament tut gut daran, die Umsetzung wo nötig mit weiteren Beschlüssen zügig voranzutreiben. (veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 9.1.13, Foto: Martin Büdenbender / pixelio.de)

Ähnliche Artikel:

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.