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Mit einem landesweit gültigen Mindestlohn von 22 Franken pro Stunde will der Gewerkschaftsbund den Ärmsten in der Bevölkerung helfen. Sie sollen so mehr Geld im klammen Portemonnaie haben. Was auf den ersten Blick löblich und uneigennützig aussieht, vermag in der Realität nicht zu überzeugen.

Mindestlöhne schaden – sofern sie überhaupt wirksam sind – gerade den ärmsten Schichten. Denn ein Arbeitgeber beschäftigt den Arbeiter nur, wenn dessen Arbeit «mehr» bringt, als der Arbeiter kostet. Niemand wird jemanden einstellen, der mehr kostet, als er einbringt.

Sobald ein Mindestlohn wirksam wird, erhöht er die Kosten der Arbeit: Kann sich der Arbeitgeber diese nicht mehr leisten, landet der Arbeiter auf der Strasse. Erhöht der Arbeitgeber seine Preise, um die gestiegenen Kosten zu kompensieren, führt dies dazu, dass er weniger Produkte verkauft. Wer weniger verkauft, braucht weniger Arbeiter. Entlassungen sind die logische Folge.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Mindestlöhne führen zu höherer Arbeitslosigkeit. Und zwar genau bei den Ärmsten. Bei denen also, die es sowieso schon schwierig haben, eine Arbeit zu finden. Ein Mindestlohn bestraft diejenigen, denen er eigentlich helfen will.

Gewerkschaften befürworten ­Mindestlöhne entgegen ihren Behauptungen nicht aus gemeinnützigen, sozialen Gründen. Gewerkschaften betreiben mit der Forderung nach Mindestlöhnen reine Klientelpolitik – was allerdings auch legitim ist.

Die Frage ist ganz einfach: Wer ist Mitglied bei den Gewerkschaften? Angestellte oder Arbeitslose?

Es sind natürlich die Angestellten. Und tatsächlich verdienen diejenigen, die ihre Arbeit nicht verlieren, mehr. Bei ihnen wirkt der Mindestlohn, die Lohntüte ist voller als vorher. Sie sind die Profiteure der staatlichen Massnahme – und halt eben oft auch Mitglied in einer der Gewerkschaften.

Dass sich die Gewerkschaften um das Wohl ihrer Mitglieder kümmern und nicht um das Wohl aller, kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen. Stossend ist allerdings, dass durch den Mindestlohn Leute daran gehindert werden, zu arbeiten, obwohl sie wollen. Es ist insbesondere stossend, weil es die besonders Benachteiligten trifft. Nämlich all diejenigen, die aus irgendwelchen Gründen – zum Beispiel einer mangelnden Ausbildung – nicht die Möglichkeit haben, so produktiv zu arbeiten, dass der Wert ihrer Arbeit dem Mindestlohn entspricht. Derjenige, dessen Arbeitsleistung unter dem Mindestlohn liegt, kriegt keine Arbeit, obwohl er arbeiten will und obwohl ihn jemand einstellen würde.

Veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 17. Januar 2013. Foto: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) / pixelio.de

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