Blisterpackungen von Medikamenten
Die Politik steuert das Gesundheitswesen in alle Richtungen – und zwar gleichzeitig. Gestern Vormittag beschloss der Nationalrat eine Einschränkung für Spezialärzte, weil es davon zu viele hat – obwohl man aus zehnjähriger Erfahrung weiss, dass dies nicht funktioniert. Am Nachmittag beschloss der gleiche Rat die Förderung von Grundversorgern, weil es davon zu wenige hat – obwohl niemand sagen kann, ob mit einem Verfassungsartikel und einem Masterplan wirklich mehr junge Mediziner zu Hausärzten werden.

Nichts zeigt das Versagen der staat­lichen Steuerung im Gesundheits­wesen mehr als der gestrige Tag im Nationalrat. Es wird gesteuert und geplant wie noch nie. Wenn es dann nicht so herauskommt wie erhofft, wird halt noch mehr gesteuert und geplant – bis der letzte Rest an freier Koordination von Leistungsanbietern und Patienten mit staatlichem Zwang unterdrückt worden ist. Es gibt historisch keine staatliche Angebots­steuerung , welche die Bedürfnisse der Menschen befriedigen konnte. Kein Beamter oder Politiker kann die Wünsche der Patienten so gut kennen, dass er zu einer funktionierenden Bedarfsplanung in der Lage wäre. Daran scheitert jede Planung. Nur die spontane Steuerung durch die Nachfrage – also die Patienten selber – bringt es an den Tag, was für ein Angebot nötig ist. Die Gesundheitspolitik müsste sich darum endlich an den Patienten statt an den Leistungserbringern ausrichten. Das bedingt einen Paradigmenwechsel: Weg vom staatlichen Zwang, hin zur freien Koordination der Menschen. (Veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 07.03.13, Foto: Lupo / pixelio.de)

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One thought on “Gesundheitspolitik: Weg vom Zwang

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