Zukunft für Afrika - afrikanische Dorfkinder
Eines ist klar: Die afrikanischen Flüchtlinge besteigen nicht nur aus politischen Gründen die gefährlichen Boote, die sie über das Mittelmeer ins gelobte Europa bringen ­sollen. Sie flüchten vor allem vor der wirtschaftlichen Misere in Afrika. Diese dauert trotz Tausenden von Milliarden an Unterstützungsgeldern und rund 40 000 engagierten Nichtregierungsorganisationen an. Das ist der erste Skandal.

Wirtschaftswachstum wird nicht von Regierungen gemacht, sondern von Unternehmern. Die gibt es auch in Afrika. Sie brauchen Investitionen, Eigentumssicherheit und eine Justiz mit einer Polizei, welche das Eigentum schützt. Dazu bedarf es eines politischen, sozialen und kulturellen Umdenkens, welches mit den Milliarden der weltweiten Entwicklungshilfe heute verhindert wird. Das ist der zweite Skandal.

Die Unternehmer brauchen die Möglichkeit, ihre Waren zu handeln, insbesondere mit dem wohlhabenden Europa. Afrika ist reich, wenn es endlich gleichberechtigter Teil der Weltwirtschaft würde. Asien hat diese Entwicklung vorgemacht. Das ist der dritte Skandal.

Aber die Schweizer Entwicklungshilfe setzt weiterhin weitgehend auf technische Zusammenarbeit und Budgethilfe. Sie nimmt so den afrikanischen Staaten ihre ureigene Arbeit ab und zementiert die korrupten Strukturen, die diesen Kontinent kaputtmachen. Die Ideen von ­hiesigen Gutmenschen sind wichtiger als die Unternehmer vor Ort. Das ist der vierte Skandal.

Wenn nach der Heuchelei um die Tragödie vor Lampedusa im Parlament eine inhaltliche Diskussion über die Milliarden der Eidgenossenschaft einsetzt, dann ist das eine Chance. (veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 10.10.13, Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)

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3 thoughts on “Afrika: Handeln statt heucheln

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