Room to rent, Martin Fisch
Der Bericht einer Arbeitsgruppe des Bundes zur Wohnpolitik hält zwar fest, dass der Wohnungsmarkt grundsätzlich funktioniere. Trotzdem enthält er eine lange Liste von Markteingriffen, die genau dieses Funktionieren infrage stellt. Der geforderte Ausbau von staatlicher Unterstützung und direkten Mietsubventionen dürfte den Markt nur noch mehr verzerren und enorme Kosten verursachen. Über die ­Wirkung findet man im Bericht kein Wort. Es regiert das Prinzip Hoffnung.

Die Empfehlungen bilden einseitig die ideologische Schlagseite der staatlichen Wohnbaupolitik ab. Kein Wunder: Es haben nur staatliche Akteure daran mitgearbeitet. Es macht den Anschein, dass die Arbeitsgruppe willkommene Plattform für das ­Lobbying der Städte für mehr Geld und Steuern für ihre Wohnbaupolitik darstellt.

Gerade weil der Markt grundsätzlich funktioniert, müsste statt auf weitere Regulierung auf den Markt gesetzt werden. Die Preise (auch in Basel) sind hoch, weil das Angebot knapp ist. Wenn das Angebot knapp ist, befriedigt es vor allem die Nachfrager, die hohe Preise zu zahlen bereit sind.

Das Angebot wird durch eine Vielzahl von Regulierungen eingeschränkt. Das ist der blinde Fleck des Berichts. Er sieht das Heil aus­schliesslich in Vorschriften, Subventionen und Steuern. Und er geht nicht einmal darauf ein, dass nur schon eine höhere Stockwerkanzahl und eine Lockerung oder Abschaffung der Ausnützungsziffer den Wohnungsmarkt entschärfen könnte. Eine Studie der Hochschule für Wirtschaft Zürich hat gezeigt, dass diese Deregulierung die Situation rasch verbessern würde. Das grössere Angebot käme besonders Wenigverdienenden zugut. Das wären zentrale Forderungen einer bürgerlichen Wohnbaupolitik. (veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 27.12.14, Foto: Martin Fisch / flickr.com, CC-Lizenz, unverändert)

Ähnliche Artikel:

Leave a Reply