Schweiz Bünzli
Ärger mit Luzius Wasescha
Jetzt wissen wir es schwarz auf weiss: Der Bundesrat findet nicht, dass wir «faul» seien. Auch «Bünzlis» seien wir keine. Das hatte nämlich der langjährige Handelsdiplomat Luzius Wasescha vor einem Monat im Schweizer Radio SRF gesagt, der trotz Pensionierung im Aussendepartement noch bis mindestens Ende 2016 einen Lohn im Auftragsverhältnis bezieht.

Der Luzerner CVP-Nationalrat Ruedi Lustenberger und der St. Galler SVP-Aussenpolitiker Roland Büchel fragten daraufhin den Bundesrat, ob er die Einschätzung seines An­gestellten teile. Das ist, wie wir jetzt offiziell wissen, glücklicherweise nicht der Fall. Das ist eigentlich erstaunlich, weil wir bekanntlich rund die Hälfte des verdienten Geldes dem Bundesrat und seinen Beamten abliefern müssen. Angesichts dieser Staatsquote hätte man allen Grund, faul zu werden oder sich zum Staatsdienst zu melden und selber Steuerverdiener zu werden.

Der französische Philosoph und Politiker Alexis de Tocqueville brachte es vor mehr als 170 Jahren auf den Punkt, wie die Beschimpfung der Steuerzahler durch den Chefdiplomaten zu verstehen ist: «Fast überall in Europa herrscht der Souverän auf zwei Arten: Den einen Teil der Bürger lenkt er durch ihre Furcht vor seinen Beamten, den anderen durch die Hoffnung, seine Beamten zu werden.» (veröffentlicht in der basler zeitung vom 11.03.15, Foto: Francisco Hugenin Uhlfelder / flickr.com, CC-Lizenz, unverändert)

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