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Es kommt ja selten vor. Aber gestern war so ein Tag. Sie haben recht, die SP-­Frauen, so recht. «Und wann ist Lohngleichheit endlich kein Thema mehr?», fragten sie in einer zwischen SP-Rot und Emanzen-Pink bis zur (männ­lichen) Schmerzgrenze oszillierenden Medienmitteilung. Ja, wann wird in Bundesbern endlich das Thema Lohngleichheit beerdigt? Das habe ich mich auch schon gefragt.

Die neuste Lohnstrukturerhebung des Bundesamtes für Statistik zeigt nämlich, dass die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern abnehmen. Sie betragen noch 21,3 Prozent. 2008 sind es noch 25 Prozent gewesen. Wer jetzt auf Applaus der SP-Frauen gehofft hat, der hofft vergebens. Diese Nachricht interessiert die SP-Frauen natürlich nicht. Auch dass der grösste Teil des Lohnunterschiedes mit Eigenschaften wie Alter, Ausbildung oder Eintritt in das Unternehmen erklärbar ist, lassen die SP-Frauen geflissentlich weg. Es würde die wahre Gender­ideologie nur stören.

Fakt ist: Nur 8,5 Prozent Lohnunterschied sind mit den in der Erhebung enthaltenen Variablen nicht erklärbar. Nicht enthalten sind jedoch so lohn­relevante Dinge wie Weiterbildungen, Sprachkenntnisse oder die gesamte bisherige Arbeitserfahrung. Mit diesen Merkmalen dürfte man die verbleibende Differenz locker erklären können. Selbst der Bundesrat zweifelt mittlerweile an der Behauptung, dass die 8,5 Prozent (oder gar die 21,3 Prozent) etwas mit Diskriminierung zu tun haben, und hat ein Postulat von Nationalrat Ruedi Noser (FDP, ZH) angenommen, um der Sache genauer auf den Grund zu gehen. Vielleicht ist dann «Lohngleichheit endlich kein Thema mehr» – weil es sie schon längst gibt. (veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 22.08.15, Foto: Vladimir Pustovit / Flickr.com, CC-Lizenz, unverändert)

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