Der Einwand, alles was der Staat in einer Demokratie erzwinge, sei gar kein echter Zwang, weil er ja von einer Mehrheit befürwortet worden sei, ist nicht stichhaltig. In den heutigen, gleichzeitig umverteilenden und bevormundenden Wohlfahrtsstaaten sind es nämlich immer häufiger begünstigte Mehrheiten, die belastete Minderheiten überstimmen. Das widerspiegelt eine fragwürdige Vorstellung von Verteilungsgerechtigkeit, welche Mehrheiten gegen Minderheiten durchsetzen. Wenn mitbestimmende Mehrheiten mitbestimmten Minderheiten schrankenlos zwingend vorschreiben können, was sie für «sozial», «gerecht» oder gar für «sozial frei» halten, ist das möglicherweise demokratisch oder sogar sozialdemokratisch. Mit Freiheit im liberalen Sinne hat das aber nichts mehr zu tun. Geben ist seliger denn nehmen, aber dies gilt nur, wenn vom Eigenen gegeben wird. Wer andern zuerst mit Zwang etwas wegnimmt, um es an Dritte zu verteilen ist ein Dieb und kein Wohltäter. (Bild: fi.)

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2 thoughts on “Erzwungene Umverteilung ist verwerflich

  1. Ich kan ihnen durchaus zustimmen, dass Demokratie nicht viel mit Gerechtigkeit zu tun hat. Eine Mehrheit überstimmt jeweils ein Minderheit. Aber sie verwechseln irgendwie belastet mit begünstigt :-)

  2. Lieber Herr Metzger,
    Sie machen mich mit guten Gründen auf eine mögliche Fehlinterpretation aufmerksam. Ich meine natürlich mit dem Adjektiv „begünstigte“ nicht vom Schicksal begünstigte, sondern durch staatliche Unterstützung begünstigte, und mit „belastete“, meine ich nicht jene, die im Leben allgemein „mühselig und belastet“ sind, sondern jene Leistungsfähigen und Leistungswilligen, die man mit Steuern immer mehr belastet. Aus dem Zusammenhang heraus wird das klar, aber es könnte tatsächlich missverstanden werden.
    Mit Dank und Gruss
    Robert Nef

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