Alte Frau mit Pusteblume
Die CVP macht Fortschritte. Vor fünf Jahren forderte sie noch eine Reichensteuer, um die AHV zu sanieren. Jetzt legt sie sich immerhin nur noch zu SP und den Gewerkschaften ins Bett, um eine Reform der Altersvorsorge durchzustieren, die keine ist.

Gemäss den Prognosen des Bundes schreibt das Umlageverfahren der AHV schon neun Jahre nach der Reform wieder einen Milliardenverlust. Dies trotz Annahmen, die nichts mit der Realität zu tun haben, zum Beispiel einer Nettozuwanderung von 60 000 Personen pro Jahr und ein Lohnwachstum von fast zwei Prozent ab 2021.

Dass mit einem Ja die «Renten gesichert» seien und zwar «garantiert», wie die Befürworter sagen, ist deshalb nicht ehrlich. Sie geben das indirekt zu, wenn sie betonen, nach einem Ja müssten die nächsten Reformschritte in der Altersvorsorge angegangen werden. Das ist nur nötig, weil die vorliegende Reform nur Flickwerk mit Mehreinnahmen auf Kosten der Jungen darstellt.

Statt das Sozialwerk zu stabilisieren, werden die Ausgaben mit 70 Franken für Neurentner und mit 226 Franken für Ehepaare noch erhöht. Die CVP war einst vehemente Gegnerin solcher Mehrausgaben, von der selbst Befürworter sagen, sie seien ein «Schmiermittel». Die Partei wusste einmal, dass jeder sozial ausgegebene Franken zuerst in der freien Wirtschaft von jemandem verdient, und dann diesem Jemand weggenommen werden muss. Und sie wehrte sich dagegen, dass AHV und berufliche Vorsorge vermischt werden. All das ist nun der Fall – und die Partei steigt trotzdem ins Lotterbett mit der SP. (veröffentlicht in der BaZ vom 19.08.17, Foto: Stefanie / Flickr.com, CC-Lizenz, unverändert)

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2 thoughts on “Altersreform: Die CVP im Lotterbett

  1. Sie haben es noch immer nicht begriffen. Die #AV2020 ist gar nicht als Sanierung der AHV angedacht. Die AHV dient nur dazu die Pensionskassen und damit indirekt die Untenehmen zu schonen. Die grosse nicht-Finanzunternehmen wollen daher diese Reform. Sie haben Angst für das Loch in die Pensionskasse.

    Die 70 SFr. sollen ablenken und als Zückerchen dienen. Die CVP hat sehr gut begriffen welcher “Arbeitgeber” am Ende die Kassen der SBB, Post, Swisscom oder die eigene Publica sanieren darf. Die CVP-RR wollen auc bei der Sanierung der Kantonskassen sparen.

  2. Hätte auch noch eine Alternative: Golden 70!

    Habe erst einen groben Entwurf, aber ich lass’ jetzt die Katze jetzt schon aus den Sack:

    Die Reichen und Jungen wollen nicht für die armen Alten bezahlen. Ist so, kann man nicht wegdiskutieren. Die AHV sollte zwar gemäss Bundesverfassung ein anständiges Leben nach der Pensionierung ermöglichen, tut es aber seit langem nicht mehr.

    Hier mein Vorschlag: Einnahmenseitig wird nichts verändert, die AHV Renten werden nicht erhöht. NEU wäre die Wahlmöglichkeit ‘Golden 70’. Wer diese Option in der Anmeldung für die Altersrente ankreuzt, bekommt eine monatliche Rente von 10’000 Franken. Verpflichtet sich aber, dafür am 70sten Geburtstag zu sterben. Und zwar je nach Wunsch mit einer rauschenden Party oder einem gediegenen Essen, begleitet von sanfter Klaviermusik. Die Sterbehilfe Organisation Exit würde mit der Ausarbeitung von Konzepten beauftragt.

    Die noch gut erhaltenen Körper würden zur Organverwertung, zu wissenschaftlichen Zwecken oder zur Ausbildung angehender Schönheits-Chirurgen verwendet. Schlecht erhaltene Körper könnten zur Herstellung von Tierfutter verwendet werden.

    Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 85 würde man bei jedem ‘Golden 70’ 15 Jahre Rentenzahlung einsparen, geschweige der teuren Ergänzungsleistungen für Pflegekosten, die sich Durchschnittsrentner im hohen Alter nicht leisten können. Es bleibt abzuwarten, wie viele Leute ein kurzes Rentnerleben in Saus und Braus einem Darben in Armut vorziehen.

    Das Ganze müsste noch genau durchgerechnet werden. Der Bund würde sicher gerne eine Fachkommission ins Leben rufen, die einen verfassungskonformen Gesetztesentwurf erarbeitet. Ich schlage vor, diese vorweigend durch junge, lebenslustige Leute zu besetzen. Alkohol und Drogen dürften während den Sitzungen kosumiert werden, ist ‘Golden 70’ ja doch ein sehr emotionales Thema.

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