Das „hirnrissige“ am Marxismus-Leninismus ist nicht sein Ziel, sondern seine politische Methodik. Warum soll aus einer Doktrin, die zunächst einen immer stärkeren und totaleren Staat fordert, der alles für alle regelt und umverteilt eine bessere Menschheit entstehen? Und warum soll dieser Staat, von dem ja alle zunehmend vital abhängen, plötzlich und erst noch harmonisch absterben können?

Wir sollten als Freunde der Freiheit aus liberaler und auch aus christlicher Sicht nicht primär „den Sozialismus“ angreifen, sondern den blinden Glauben an den Staat und an „mehr und mehr Staat“, was letztlich zum totalen Staat führt. Die Forderung nach „mehr Sozialismus“ bedeutet nicht zwingend „mehr Staat“, sonst müsste man ihn Etatismus nennen. Die sozialistische Forderung bedeutet zunächst einmal „mehr herrschaftsfreie Gesellschaft“, aber als Weg dazu wird ausgerechnet mehr staatliche Herrschaft über die Gesellschaft und über die Wirtschaft propagiert – ein wahrhaft paradoxes Konstrukt! Ich staune immer wieder, wie wenig dieser polit-philosophische „Hirnriss“ bisher analysiert worden ist. Mehr Staat bedeutet doch mehr Zwang und mehr Zwang erstickt das Gegenteil des Zwangs: die Liebe, die niemals erzwungen werden kann, sondern stets mit Glaube und Hoffnung verknüpft bleibt.

Liebe ist das Gegenteil von Zwang, Zwang kann als notwendiges Übel allenfalls geduldet werden (im Römerbrief ruft Paulus zur Duldung der jeweiligen Obrigkeit auf) aber als eine Methode der Welt- und Menschheitsverbesserung hat er versagt und wird. m.E. auch in Zukunft versagen. Das ist der grösste Schwachpunkt des etatistischen Sozialismus, Semisozialismus und Sozialdemokratismus. (Bild: ben Goodnight / flickr.com, CC-Lizenz, unverändert)

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One thought on “Das “hirnrissige” am Sozialismus

  1. Der Marxismus-Leninismus muss nicht weiter beschimpft werden. Am Untergang der Sowjetunion und der DDR sieht man, dass er nicht funktioniert. Aber auch in unserem Land, dass weltweit die beste Demokratie habe will, gibt es schon viel zu viel Staatsmacht. Dies unter anderem weil bei uns die Familien nicht mehr funktionieren. Die Alten wollen nicht mehr für die Jungen sorgen und die Jungen nicht mehr für die Alten. Dies wird alles dem Staat delegiert (z.B. KESB, AHV). Je mehr man von einer staatlichen Regierung verlangt, desto mehr kann diese ihre Macht ausbauen. Es entsteht eine Elite, die es versteht, mit Hilfe von Beratern, Psychologen und Demagogen das Volk zu lenken. So gesehen ist auch eine Demokratie schlecht, wenn sie nicht richtig gelebt wird.

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