High Heels in red
Der Ständerat sagte doch noch Ja zu Lohnanalyse. Grosse Unternehmen und öffentliche Betriebe müssen Rechenschaft darüber ablegen, wie es um die Lohngleichheit von Mann und Frau steht.

Der Ständerat war einmal die «Chambre de reflexion», die Parlamentskammer, welche immer etwas genauer hinschaute. Wenn sich der Nationalrat zu politischem Aktivismus hinreissen liess, versenkte das «Stöckli» den Entscheid, meist ohne grosse Diskussion.

Längst ist es umgekehrt. Gestern liess sich der Ständerat durch jahrelange Kampagnen von links zu einem Gesetz hinreissen, welche die grossen Firmen im Land zu Lohnanalysen verpflichtet. Dabei wurde konsequent ausgeblendet, dass bis heute niemand beweisen kann, ob es Lohndiskriminierung überhaupt gibt.

Der Ständerat hat ein Gesetz für ein Problem gemacht, von dem man nicht einmal weiss, ob es existiert. Die Linke stellte bereits die nächsten ­Forderungen auf. Sie wird sich nie zufriedengeben. Der Nationalrat sollte sich an die Fakten halten und dem Theater ein Ende bereiten. Es wäre der neuste Beweis, wer heute im Bundeshaus die «Chambre de reflexion» darstellt. (veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 30.05.18, Foto: Sally Payne /flickr.com, CC-Lizenz, unverändert)

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2 thoughts on “Der Ständerat und die Lohngleichheit: «Chambre d’idéologie»

  1. federführend im Parlament soll ein FDP-ler gewesen sein! Was ist nur aus dieser Partei geworden.

  2. Hab´ gerade gestern in einem Bericht meines Arbeitsgebers (eine nicht ganz unbekannte Firma in der Sicherheitsbranche) gelesen, dass die Lohngleichheit in unserer Firma seit 2015 gewährleistet sei. Ja, vielleicht zwischen Mann und Frau, aber geschlechtsunabhängig betrachtet, besteht überhaupt keine Lohngleichheit. Ja nach Vertrag, den man unterschrieben hat, gibt es für die genau gleiche Arbeit unterschiedliche Löhne. Dann wären da noch die Leistungspunkte, die ca. 60 Fr. pro Punkt und Monat ausmachen, hier ist man auch vom Wohlwollen des direkten Vorgesetzten abhängig. Dieser wird von seinen Vorgesetzten dazu angehalten, aus ökonomischen Gründen so wenig Leistungspunkte wie möglich zu vergeben. Die Löhne werden von den Arbeitgebern bestimmt, nur der freie Wettbewerb und die Möglichkeit, einen anderen Job zu suchen, regulieren das sinnvoll. Eine staatliche Kontrolle ist unmöglich und sinnlos. Ich kann mir übrigens nicht vorstellen, dass ein Arbeitgeber einer Frau für ihre Arbeit weniger bezahlt, nur weil sie eine Frau ist. So blöd kann er doch gar nicht sein, oder?

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