Basler Staatsangestellte singen an ihrer Demo die Internationale

Als am Mittwoch auf dem Marktplatz rund 1800 Staatsangestellte bei strahlendem Sonnenschein gegen das regierungsrätliche Entlastungspaket demonstrierten, schlug einigen Demonstranten die Hitze wohl auf den Verstand. Zum Schluss der Veranstaltung wurde von einigen nämlich die Internationale angestimmt. «Völker, hört die Signale, auf zum letzten Gefecht!», schallte es über den Marktplatz. Ohne alle Demonstrierenden in Sippenhaft nehmen zu wollen, doch die Internationale an einer Demo von Staatsangestellten? Sicher nicht. Die Hymne der «Geknechteten» hat in einem demokratischen Land nämlich schlicht keinen Platz. Sie war einst Nationalhymne eines der grössten Unrechtsstaaten der Welt: der Sowjetunion. Während deren Zeit kamen im kommunistischen Terror rund 70 Millionen Menschen in Gulags oder bei Hungersnöten erbärmlich ums Leben. Dass trotz dieser ­Vorgeschichte dieses Lied immer wieder angestimmt wird, zeugt schlicht von Ignoranz. (veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 17.04.15)

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Wer bis letzten Sommer ein paar saftige Steaks aus Deutschland für eine Grillparty einführen wollte, zahlte erst ab dem fünften Kilo Zoll. Mit der «Vereinfachung» der Einfuhrbestimmungen wurde diese Grenze gesenkt – heute zahlt man bereits ab dem zweiten Kilo einen Zolltarif von 17 Franken. Diese «Vereinfachung» ist nichts anderes als Protektionismus, um den heimischen Markt abzuschotten. Dass der Nationalrat jetzt aber eine weitergehende Motion überweist und die Wiedereinführung einer Obergrenze für Fleischimporte von Privaten fordert, schlägt dem Fass den Boden aus.

Die SVP und die FDP – sonst Verfechter des freien Marktes schotten damit den bereits überregulierten Schweizer Agrarmarkt noch weiter ab. Mögen die Beweggründe der Motion auch gut und zum Wohl der Schweizer Produzenten gemeint sein, ist der Konsument dennoch nicht bereit mehr als doppelt so viel für ein Kilo Rindsfilet zu bezahlen, als im grenznahen Ausland.

Anstatt sich abzuschotten, wäre es angezeigt, dass die Schweizer Produzenten konkurrenzfähiger werden und gleichzeitig mit Verkaufsargumenten wie hoher Qualität und artgerechter Tierhaltung werben.

Wer sich aber weiter abschottet und den freien Markt nur dann predigt, wenn es einem gerade passt, der wird über kurz oder lang auf der Verliereseite stehen. Der Konsument lässt sich nämlich weder für blöd verkaufen noch zahlt er einfach aus irgendeinem falsch verstandenen Patriotismus heraus mehr für sein Filet. Denn etwas ist so sicher, wie das Amen in der Kirche: Mehr Markt führt zu mehr Freiheit – und zwar für Produzenten und Konsumenten. (veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 04.03.15, Foto: Taryn /flickr.com, CC-Lizenz, unverändert)

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