Atomkraftwerk mit Sonne im Hintergrund
Der Vorwurf der Urkundenfälschung ist happig. Die eingereichte Strafanzeige auch. Selbst wenn die Bewertung von Rückstellungen keine exakte Wissenschaft darstellt: Die Betreiber der Kernkraftwerke selber haben das grösste Interesse daran, dass keine Zweifel an der Richtigkeit der Rückstellungen bestehen. Stilllegungs- und Entsorgungsfonds haben zum Zweck, die in Zukunft zu erwartenden Kosten in die heutige Kalkulation der Strompreise miteinzubeziehen. Dabei ist der Regulator gefordert, dies zu überwachen. Die Kritik fällt darum an den Bundesrat zurück. Statt einer aufsehen­erregenden Strafanzeige hätte auch ein Vorstoss im Parlament gereicht. Unglaubwürdig wird die Forderung nach Kostenwahrheit aber, wenn diese nur für Kernkraftwerke und nicht auch für erneuerbare Energien gefordert wird. Die Behauptung vom billigen Solar- und Windstrom zum Beispiel aus Deutschland löst sich in Luft auf, wenn die enormen Subventionen dafür eingerechnet werden. Der Strommarkt ist alles andere als ein Markt, sondern eine durchregulierte, von Einspeisevergütungen, Abgaben, Steuern und dirigistischen Massnahmen verzerrte Veranstaltung. Vor allem haben die Konsumenten keine freie Wahl im Strombezug. Das fordern interessanterweise weder die Stromkonzerne noch die grün- linken Atomaussteiger. (aus der Basler Zeitung vom 5.1.13, Foto: Grey59 / pixelio.de)

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