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Der Bundesrat will uns verbieten, Dinge im Wert von mehr als 100 000 Franken bar zu bezahlen. Schweden ist bereits einige Schritte weiter: Im hohen Norden kann ­vielerorts nur noch mit Karte bezahlt werden – Bargeld ist out.

Tatsächlich ist die elektronische Bezahlung im Alltag praktisch und schnell sowie relativ risikolos.

Gleichzeitig ist sie aber nachvollziehbar, im wahrsten Sinn des Wortes: Man kann nachvollziehen, wer wann wo was zu welchem Preis gekauft hat. Das bedeutet totale Kontrolle.

Was im Kampf gegen Geldwäscherei möglicherweise die Arbeit der Verfolgungsbehörden erleichtert, liefert gleichzeitig alle ehrlichen Bürger der permanenten Überwachung aus.

Bargeld ist mehr als nur Noten und Münzen. Bargeld ist auch mehr als ein Wert mit Aufbewahrungs- und Tauschfunktion.

Bargeld ist Privatsphäre.

Die Grenze bei 100 000 Franken ist ein erster Schritt, der zweite wird kommen. Und ist das Bargeld erst einmal ganz verschwunden, hat Vater Staat Zugriff auf all unsere Konten und Daten. Wollen wir das? Ich nicht.

Veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 28. Februar 2013
Foto: Kurt Michel / pixelio.de

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Lebensmittel: Gift lauert überall - der Staat mus eingreifen

Es ist ein Fakt – und zwar ein teurer: Durch unsachgemässe Aufbewahrung von Lebensmitteln in Privathaushalten entstehen Kosten in Millionenhöhe. Die alte Banane und das nicht mehr ganz so frische Ei führen zu Magenverstimmungen, Durchfall bis hin zu schweren Lebensmittelvergiftungen. Die einzelne Person ist gar nicht in der Lage, selber zu erkennen, wann es zu spät ist, denn die Gefahr ist schon da, wenn man noch gar nichts sieht. Viel ist darüber nicht bekannt, aber die Dunkelziffer dürfte hoch sein – wer gibt denn schon gerne zu, dass er nicht mehr Herr über seinen Kühlschrank ist?

Das alles führt zu den entsprechenden Kosten in der sozialen Krankenversicherung und durch weniger Arbeitsleistung oder gar Abwesenheit vom Arbeitsplatz zu massiven Produktivitätsverlusten in der Volkswirtschaft. Die Allgemeinheit finanziert also die Folgen für die private Unfähigkeit, mit Lebensmitteln richtig umzugehen. Fazit: Klassisches Versagen von Eigenverantwortung. Die Kosten für privates Fehlverhalten werden wieder einmal der Allgemeinheit aufgebürdet. Dementsprechend ist es jedermann nachvollziehbar, was auf der Hand liegt: Die Ausdehnung der Lebensmittelkontrolle auf die privaten Kühlschränke, Keller und Schubladen. Der Staat muss eingreifen, um die lebensmittelhygienische Chancengleichheit sicherzustellen. Zuerst braucht es eine Kampagne zur Sensibilisierung – für so ca. 1.5 Mio pro Jahr auf fünf Jahre. Gleichzeitig startet die statistische Erfassung aller Krankheitsfälle, welche den Ärzten mit 5.43 Tarifpunkten abgegolten wird – so als kleine Kompensation der gesenkten Labortarife. Und dann folgt die direkte Kontrolle durch die Lebensmittelpolizei mit Schwerpunkt bei lebensmittelhygienischen Risikogruppen, die wegen ihrer millieutypischen und selbstredend unverschuldeten Bildungsferne von der Kampagne nichts mitbekommen und den Arzt sowieso nicht verstanden haben. Auf leisen Sohlen schleicht er sich zurück, der totalitäre Staat. (Bild: RainerSturm @ pixelio)

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