Wem das Geschäftsmodell des Vergleichspioniers Comparis nicht passt, der findet Alternativen, die vollständig, bedienerfreundlich und für Versicherer und Versicherte kostenlos sind. Der Staat hat in einer freien Gesellschaft nicht die Aufgabe, mit Steuergeld einen privaten Anbieter zu konkurrenzieren. Aus den internen Dokumenten, die der Basler Zeitung heute vorliegen geht aber genau das hervor. Der Ausbau von Priminfo im vergangenen Jahr hatte das ausdrücklich zum Ziel.
Die Kassen haben Druck gemacht, damit sie direkt Offerten mit privaten Kundendaten erhalten. Nur dann ist Priminfo gleich attraktiv wie Comparis. Das hat mangels gesetzlicher Grundlage nicht geklappt. Wenn es ohne Gesetz nicht geht, dann muss dieses Gesetz geschaffen werden. Damit würde das Bundesamt für Gesundheit legitimiert, in einen funktionierenden Markt einzugreifen. Die in der Verfassung geschützte Wirtschaftsfreiheit bliebe auf der Strecke. Ein erfolgreicher Pionier würde um den Ertrag seiner Risikobereitschaft gebracht, die staatliche Regulierung ohne jede Not ausgebaut. Interessant: Weder der freisinnige Didier Burkhalter noch gar der Sozialdemokrat Alain Berset bremsten die staatsgläubigen Leute im BAG.
Rund 800 000 Versicherte wechseln jedes Jahr die Kasse. Sie halten den Druck auf die Verwaltungskosten der Kassen aufrecht. Viele von ihnen nutzen Vergleichsdienste. Sie sind der Beweis, dass der Wettbewerb funktioniert und es den Staat und damit eine gesetzliche Grundlage hier nicht braucht.
Besonders bedenklich scheint die Rolle von Santésuisse: Um einen unliebsamen Vergleichsdienst zu schwächen, steigen die Versicherer mit dem Bund ins ordnungspolitische Lotterbett. (zuerst veröffentlicht in der Basler Zeitung vom 11.10.2012 zu diesem Artikel)

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